Zwischen neuen Erkenntnissen und tiefen Einblicken

Per pedes konnten die Teilnehmenden die Geschichte der Kleingemeinde hautnah erfahren.
Per pedes konnten die Teilnehmenden die Geschichte der Kleingemeinde hautnah erfahren. ©Handout
Buch. Reger Austausch bei dorfgeschichtlicher Wanderung in der Berggemeinde.

Erfreut zeigte sich kürzlich Dorfchronist Ewald Hopfner über die Gästeschar, die der Einladung zur gemeinsamen Wanderung gefolgt war. Einen regen Austausch gab es bereits im Dorfzentrum, das sich im Verlauf der Geschichte spürbar gewandelt hat. Eine besondere Rolle für das gesellschaftliche Leben nahm bis zum Abbruch 1973 das bekannte Gasthaus Adler ein, wo ein paar Jahr später das Mehrzweckgebäude (zwischenzeitlich vor fünf Jahren saniert und erweitert) erbaut wurde. Zentrales Herzstück im Ortszentrum ist heute noch der Dorfplatz. Während 1869 der Platz noch mit Kieselsteinen von der Bregenzerach gepflastert wurde und weiterführend Vergrößerungen anstanden, folgte 1994 die Neugestaltung mit 47.000 Granitpflastersteinen und 25.000 Stück Betonpflastersteinen.

Mesnerhaus als Schule

Ein paar Schritte weiter: Bemerkenswert auch die Historie zum „Mesnerhaus“ (heute steht noch der Stadel), das 140 Jahre lang u.a. als Schulhaus diente. Die große Platznot damals bedingte einen Neubau in direkter Nachbarschaft, der im Schuljahr 1912/13 seiner Bestimmung übergeben wurde. Nachfolgend, mit baulichen Erweiterungen und der Generalsanierung Ende der Achtziger um 10 Mio. Schilling, war das markante Schul- und Wohngebäude auch Heimstätte für andere Nutzer, so auch die Gemeindekanzlei. Diese wechselte 2004 in das neue Gemeindezentrum unterhalb der Pfarrkirche. Übrigens, kurz nach der Jahrtausendwende konnte ein ansprechender Schulplatz, dieser hatte zuvor auch Bedeutung für den Festbetrieb, geschaffen werden.

Volksküche

Zuvor musste allerdings eine Alternative für größere Festveranstaltungen her. Dass 1898 mit einem Schützenfest ein eigener Schießstand in Buch eröffnet wurde überraschte genauso, wie die Namensgebung der Parzelle Tobel. Laut Überlieferung soll hier in alten Zeiten eine „Volksküche“ für arme Leute, die hier kochten (Kuchentobel), gestanden haben. Offenbar weit zurück geht die Geschichte des höchstgelegensten Anwesens Halder Nr. 45. Hier gibt es Hinweise, dass bereits 1533 ein Haus gestanden hat. Auf den Spuren der ehemaligen Materialseilbahn zur Sennerei (Milchverarbeitung bis 1990) tourten die Akteure abschließend durch die Parzellen Schwarzen und Mereute.

Vom Güterweg zur Landesstraße

So gab es auch in diesen Ortsteilen einzelne Häuser oder Höfe, die bereits vor rund 500 Jahren erwähnt sind. Eine lange Zeit mit mehreren Hausbesitzern, wo auch die Geburtenrate eine eigene Sprache spricht. „Hier wurden über 40 Kinder geboren“, brachte Alt-Bgm. Hopfner an einem Standort schmunzelnd auf den Punkt. Die Verbindung von Buch nach Alberschwende lieferte abschließend interessante Einblicke. Ursprünglich von 1953 bis 1959 als Güterweg mit einem Finanzierungsschlüssel (u.a. auch für Grundbesitzer) und der Verpflichtung zur Erhaltung durch die betreffenden Gemeinden erbaut, übernahm nach 1970 das Land die Trasse als Landesstraße. Die Asphaltierung erfolgte drei Jahre später. (MST)

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