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Zwischen Hoffen und Bangen

Die Erwartungen im Gastgeberland der Fußball-Europameisterschaft 2004 sind hoch. Die Portugiesen versprechen sich nicht nur von ihrer eigenen Mannschaft viel, sondern auch vom gesamten Turnier.

Die EM-Endrunde ist das mit Abstand größte Sportereignis, das jemals in Portugal stattfand. Die Regierung verspricht: „Die EURO 2004 wird die beste EM aller Zeiten.”

Danach hatte es zunächst aber nicht ausgesehen. Vor gut zwei Jahren herrschte der Eindruck, als hätte Portugal sich mit dem Vorhaben übernommen. Die Stadionbauten stockten, mitten in den Vorbereitungen wechselte die Regierung, und die Europäische Union verordnete Lissabon wegen hoher Staatsschulden eine Sparpolitik. Aber das „Armenhaus in der EU” vollbrachte ein kleines Wunder. Das kleine Portugal stopfte – anders als das große Deutschland – nicht nur seine Haushaltslöcher, sondern es stellte auch alle zehn für die EM zugesagten Stadien fertig.

Während die Verantwortlichen in Griechenland bei den Olympischen Spielen bis zur letzten Sekunde zittern müssen, ob die Bauarbeiten an den Wettkampfstätten rechtzeitig abgeschlossen werden, weihten die Portugiesen ihre EM-Arenen schon vor einem halben Jahr ein. „Portugals Fußballer werden es schwer haben, die Qualität der Stadien zu übertreffen”, lobte der UEFA-Inspekteur Ernie Walker die Bauwerke.

Allerdings kam ein neues Problem hinzu, das die Vorfreude der Portugiesen trübt: Die Angst vor Terror-Anschlägen. Seit den Madrider Attentaten vom 11. März im benachbarten Spanien ist klar geworden, dass auch Portugal ein mögliches Ziel islamistischer Terrorgruppen sein könnte. Denn die Regierung in Lissabon unterstützt den Kurs der USA im Irak-Konflikt.

Die EM-Planer, die sich ursprünglich auf die Fußball-Hooligans konzentriert hatten, mussten neue Pakete von Sicherheitsmaßnahmen vorbereiten. Für die EM führt Portugal wieder Grenzkontrollen ein und lässt den Luftraum durch NATO-Flugzeuge überwachen. Über die Hälfte der Portugiesen befürchtet, dass ein Anschlag die EM überschatten könnte. Aber die Regierung versichert: „Es gibt in Portugal keine glaubwürdige terroristische Bedrohung.”

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