"Zweites Weihnachten": Zum Osterfest schenkt man heute mehr als nur Schokolade

©VOL.AT/Mayer, Philipp Steurer
An Ostern schenkt man heute längst mehr als nur ein Osternest. Theresia Fröwis, Obfrau der Sparte Handel, im VOL.AT-Interview über den Geschenkewahnsinn und die Bedeutung von Ostern.

Sucht man im Internet nach dem Thema Ostern, findet man neben einigen Seiten, die die Bedeutung des christlichen Festes erklären, auch viele Seiten mit Geschenketipps. Auch in Geschäften findet man zahlreiche Ostergeschenke – der Trend geht weg von klassischen Osternestern mit Schokohase und bunten Eiern, hin zu Geschenken aller Art. Zum Thema Ostern gibt es heute alles mögliche zu kaufen: Von T-Shirts über Dekofiguren bis hin zu Schmucksets und Spielzeug mit Hasenmotiv. Der Brauch rund um die wundersame Auferstehung Christi scheint langsam zu einem Konsumfest zu verkommen. Einige nennen Ostern sogar scherzhaft ein “zweites Weihnachten”: Kinder freuen sich auf den Osterhasen, der ihnen Geschenke bringt und mit einem klassischen Osternest lässt sich nicht mehr so sehr punkten wie früher.

Schenken zum “Osterhas”

Von einem Geschenkewahnsinn könne man nicht reden, erklärt Theresia Fröwis, Spartenobfrau für Handel in Vorarlberg. “Die Umsatzzahlen im Handel sind nicht massiv gestiegen. Vor Ostern war immer schon eine gute Umsatzzeit.” Grund für das zunehmende Schenken an Ostern sei auch die Jahreszeit: “Es ist Frühlingsanfang, es wird wärmer. Alle haben Sehnsucht Sport zu betreiben. Da kauft man dann schon das ein oder andere Fahrrad, aber das hätte man dann wahrscheinlich sowieso gekauft und jetzt schenkt man es eben zum ‘Osterhas'”, verdeutlicht Fröwis, die das gleichnamige Schuhaus in Bezau führt.

Zweitgrößter Umsatzanteil

Ein Umsatzplus gibt es zwar, doch ist Ostern mittlerweile wirklich eine Art “zweites Weihnachten” was das Schenken angeht? “Weihnachten ist immer noch der Spitzenreiter und der Osterumsatz macht ungefähr ein Drittel vom Weihnachtsumsatz aus”, meint die Spartenobfrau. Das Fest der Liebe liege unangefochten an der Spitze, der zweitgrößte Umsatzanteil sei Ostern und danach komme der Muttertag. “Das hat den Grund, dass man am Muttertag nur Mütter und Großmütter beschenkt und an Ostern beschenkt man die ganze Familie und Freunde”, erklärt Fröwis.

Das sind die beliebtesten Geschenke

66 Euro, soviel geben Herr und Frau Österreicher laut einer Studie für Ostergeschenke aus. Geschenkt wird, was gefällt. “Spitzenreiter sind natürlich Süßigkeiten und Spielsachen, weil man hauptsächlich Kinder beschenkt”, so die Obfrau der Sparte Handel. Auch für Parfümerien und Drogerien gäbe es ein “saftiges Umsatzplus”. Ebenfalls beliebt seien Sportartikel, etwa Fahrräder, Joggingschuhe und Sportbekleidung. Für den Lebensmittelhandel sei die Osterzeit sehr wichtig, Karfreitag sei immerhin nach dem 23. Dezember der umsatzstärkste Tag. “Man hat die Fastenzeit hinter sich, hat etwas zurückgeschalten was das Essen angeht. Jetzt hat man wieder Lust besonders gut zu kochen, wieder fein zu essen und das merkt man im Lebensmittelhandel natürlich”, führt Fröwis einen der Gründe aus.

(Red.)

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