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Zweites schweres Erdbeben in Indonesien binnen 48 Stunden

©APA
Sumatra kommt nicht zur Ruhe: Die indonesische Insel ist am Donnerstag zum zweiten Mal innerhalb von 48 Stunden von einem schweren Erdbeben erschüttert worden. Der Erdstoß löste wie der am Mittwoch einen internationalen Tsunami-Alarm aus.  

In der von der Riesenwelle der Erdbebenkatastrophe von Weihnachten 2004 verwüsteten Stadt Padang kam aber nur ein ein Meter hoher Tsunami an, der Alarm bis hin zur afrikanischen Küste des Indischen Ozeans wurde wieder aufgehoben.

Das Erdbeben verursachte schwere Sachschäden, deren genaues Ausmaß zunächst aber nicht klar war. Tausende Menschen flohen von der Küste in Panik ins Landesinnere. Der Bürgermeister von Padang, Fauzi Bahar, sagte einem indonesischen Radiosender, es seien viele Gebäude eingestürzt. Mindestens neun Menschen kamen in den Zwillingsbeben am Mittwoch und Donnerstag ums Leben, 49 wurden verletzt, teilten die Behörden mit.

Am Mittwoch hatte eine Erdbeben der Stärke 8,4 Sumatra erschüttert, das am Donnerstagmorgen (Ortszeit) erreichte nach Angaben der US-Erdbebenwarte in Golden/Colorado (USGS) die Stärke 7,8. USGS-Sprecher Rafael Abreu sagte, offenbar handele es sich nicht um ein Nachbeben, sondern um ein eigenständiges Erdbeben mit dem Epizentrum in unmittelbarer Nähe von dem des ersten Bebens. „Wir bezeichnen es zurzeit nicht als Nachbeben“, sagte Abreu. „Es ist selbst schon ziemlich stark. Es scheint ein anderes Erdbeben zu sein.“

Das Epizentrum lag 200 Kilometer von der Stadt Bengkulu entfernt. Es ereignet sich in nur zehn Kilometern Tiefe um 06.49 Uhr Ortszeit. „Das sind die Beben, die Tsunamis erzeugen können“, erklärte Abreu. Auf den Erdstoß folgte mindestens ein starkes Nachbeben der Stärke 6,8.

Am 26. Dezember 2004 hatte ein schweres Erdbeben einen Tsunami ausgelöst, der allein in der indonesischen Provinz Aceh mehr als 130.000 Menschen das Leben kostete.


„Ring aus Feuer“: Häufige Erdbeben und Vulkanausbrüche

Der pazifische Feuergürtel oder „Ring aus Feuer“ ist die Zone entlang der Küsten des Pazifischen Ozeans in Form eines Hufeisens. Dort kommt es häufig zu Erdbeben und Vulkanausbrüchen. Die Vulkane, die entlang dieses Ringes liegen, haben ihm auch seinen Namen gegeben. Der Feuergürtel reicht von den Küsten Süd- und Nordamerikas, über die Inselkette der Aleuten und Kurilen, Japan, die Philippinen und Indonesien bis nach Neuseeland.

Dort schieben sich im Erdinnern verschiedene Erdplatten untereinander – Experten sprechen von Subduktion. Je nach Beschaffenheit der Plattenränder sind die dabei auftretenden Erschütterungen größer oder kleiner und lassen die Erde beben.

Eine der längsten Subduktionszonen weltweit ist mit rund 6.000 Kilometern der Sundabogen, wo sich die Indo-Australische unter die Eurasische Platte schiebt. Indonesien liegt mit seinen Inseln direkt an oder unmittelbar auf dieser Subduktionszone.

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