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Zweites Advent-Wochenende ließ die Kassen wieder klingeln

Das Christkind hat sich bisher krisenfest gezeigt. Wie eine erste Bilanz am zweiten Advent-Wochenende mit dem zweiten Einkaufssamstag und dem Marienfeiertag zeigt, sind die heimischen Händler mit den Umsätzen sehr zufrieden.

Wetterbedingt sei der Andrang in Wiens Einkaufsstraßen zunächst eher verhalten gewesen, im Gegensatz dazu habe es einen regelrechten Ansturm auf die Einkaufszentren gegeben. In den anderen Bundesländern sei das Weihnachtsgeschäft durchwegs sehr positiv gelaufen.

Der 8. Dezember ist traditionell einer der stärksten Einkaufstage für den heimischen Handel. Die Geschäfte dürfen von 10 bis 18 Uhr offen halten, rund 80 Prozent machen davon Gebrauch. Bereits zum zweiten Mal haben die rund 1.000 Billa-Filialen heuer wieder geschlossen.

Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) ist mit dem langen Einkaufswochenende zufrieden. “Es sind viele Leute unterwegs, die viel kaufen”, brachte es Hannes Mraz, der Geschäftsführer der Bundessparte Handel der WKÖ, auf den Punkt. “Es tut sich was in den Straßen und Geschäften”, sagte er zur APA. Es bestätige sich der Trend, dass die Umsätze von Woche zu Woche steigen und das Geschäft besser laufe, je näher Weihnachten komme.

In Wien dürfte das Regenwetter zunächst viele Kunden vom Weihnachtsshopping abgehalten haben. Am Nachmittag sei die Kundenzahl dann in den Einkaufsstraßen gestiegen, so die Wiener Wirtschaftskammer. Favorisierte Produkte waren heute Schmuck und Elektrogeräte. Weniger nachgefragt wurden Sportartikel und Textilwaren. In den Einkaufszentren war der Ansturm dagegen groß. Gefragt waren dort vor allem Bekleidung und – mehr als je zuvor – Gutscheine.

Niederösterreichs Handel hat sich generell sehr zufrieden gezeigt. In fast allen Bereichen sei ein leichtes Plus zum Vergleichstag 2007 erzielt worden. Als Renner hätten sich “Klassiker” wie Drogerie- und Parfümerieartikel, aber auch Uhren sowie Unterhaltungselektronik erwiesen. Artikel im Papierbereich und Haushaltsgeräte seien nicht mehr so gefragt. Die Kundenfrequenz am Marienfeiertag sei am Vormittag schwach gewesen, am Nachmittag habe dann der Zustrom eingesetzt. Vor allem in den Shopping Centern des Landes sei die Kundenfrequenz sehr hoch gewesen.

Auch die Burgenländer lassen sich das Schenken nicht nehmen. Das Weihnachtsgeschäft am Feiertag liegt laut Wirtschaftskammer etwa gleich hoch wie im Vorjahr, nur aus dem Bezirk Jennersdorf wurde weniger Umsatz gemeldet. Auch in Eisenstadt waren laut Stadtmarketing die Geschäfte nach einem etwas zögernden Start gut besucht. Im Designer Outlet Parndorf zeigte man sich ebenfalls mit dem verlängerten Wochenende zufrieden. Der Samstag hatte dem Outlet ein 21-prozentiges Umsatzplus im Vergleich zum Vorjahr beschert.

Für das größte steirische Einkaufszentrum, die Shopping City Seiersberg, war der 8. Dezember heuer “einer der stärksten Tage seit Bestehen”. Aber auch in der Grazer Innenstadt war man mit dem Geschäft am langen Einkaufswochenende zufrieden, wenn auch mit der Einschränkung, “wenn zwei solche Tage hintereinander fallen, ist meist der erste der stärkere”. Immerhin sei der Samstag “der beste seit vielen Jahren” gewesen. Von den Branchen her fielen insbesondere Anbieter von Elektronik, Sportartikel und Textil, aber auch Spielwaren und Schmuck auf die Butterseite.

Wie in den vergangenen Jahren hat sich der Kärntner Handel auch in diesem Jahr am 8. Dezember und auch am vorangegangenen Einkaufssamstag über ein gutes Geschäft gefreut. Das niederschlagsfreie Wetter animierte zum Bummeln über Weihnachtsmärkte und durch Einkaufsmeilen. Bereits am Morgen war der rege Zustrom zu den Einkaufszentren in Klagenfurt und Villach deutlich bemerkbar. Laut Wirtschaftskammer blieb der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr etwa konstant.

Auch in Salzburg war von Konjunkturflaute oder einem Feiertag ist nichts zu merken. Vor allem viele Italiener, die in den vergangenen Jahren eher ausgeblieben waren, erledigten in den Shops in der Innenstadt viele Einkäufe. Einen regelrechten Run konnte Salzburgs größter Einkaufstempel, der Europark schon am Vormittag verzeichnen. Ein anderes Bild zeigte sich hingegen in der Innenstadt. “Die Getreidegasse ist nicht mehr der Publikumsmagnet, wie sie es einmal war. Das richtige Weihnachtsgeschäft gibt es nicht mehr, die Menschen kaufen mehr Gutscheine und warten auf den Abverkauf nach Weihnachten”, so eine Shop-Betreiberin.

Die Tiroler haben sich am 8. Dezember, dem traditionell umsatzstärksten Tag im Advent, erneut als krisenfest erwiesen. Die Einkaufszentren seien durchwegs “sehr zufrieden” mit dem Umsatz. Generell werde man in etwa das Niveau vom Vorjahr halten können. In den Bezirksstädten habe man allerdings da oder dort das schöne Wetter gespürt, viele seien skifahren gegangen. Die Innsbrucker Altstadt erwies als bei Italienern besonders beliebt.

Auch in Vorarlberg spürte man nichts von einer Rezession. Das Dornbirner Einkaufszentrum “Messepark”, das größte Einkaufszentrum Vorarlbergs, wurde am Samstag und Montag von Kunden aus der Region und v.a. auch aus der benachbarten Schweiz geradezu gestürmt, auch der Franken-Euro-Kurs wirkt sich gut positiv aus.

Kardinal Christoph Schönborn bedauerte in seiner Festpredigt im Wiener Stephansdom am heutigen Marienfeiertag, dass dieses Fest “vor einigen Jahren auf dem Altar des Vorweihnachtsgeschäfts geopfert” worden sei. Jetzt stehe man vor dem “Scherbenhaufen” jener Einstellung, die “schnell viel Geld, Reichtum und Erfolg versprochen hat”. Aber diese Versprechungen hätten sich als “Kartenhäuser” erwiesen.

Insgesamt rechnet der heimische Handel im heurigen Weihnachtsgeschäft mit einem Umsatz von rund 1,43 Mrd. Euro, also in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Im Schnitt gibt jeder Österreicher 330 Euro für Weihnachtsgeschenke aus.

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