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Zwangsarbeit in Faschina und Fontanella

vl.li. Marlies Bouzo, Elisabeth Burtscher, Karin Bitschnau, Helga Konzett, Helmut Schlatter.
vl.li. Marlies Bouzo, Elisabeth Burtscher, Karin Bitschnau, Helga Konzett, Helmut Schlatter. ©Hronek
Fontanella setzt Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern von 1940-44 ein Denkmal.

(amp) Zur Erinnerung an die Kriegsgefangenenlager in Fontanella und Faschina werden nun beim Seiteneingang der Pfarrkirche Fontanella und bei der Kapelle am Faschinapass vom Götzner Hubert Lampert  Erinnerungsmahnmale gestaltet. Das Siegerprojekt wurde aus vier Einreichungen der geladenen Wettbewerbsteilnehmer einstimmig gekürt. Der Jury gehörten Elisabeth Burtscher, René Heckmann, Werner Konzett als Mitglieder der Initiativgruppe, sowie die St. Gerolder Kulturschaffende Irene Dworak, der neue Kulturamtseiter des Landes Winfried Nussbaummüller und Historiker Bruno Winkler als externe Experten an.

 

Kriegsgefangenschaft

Seit im Sommer 2011 von Kriegsgefangenen behauene Steine in Fontanella aufgetaucht sind, hat es sich eine Initiativgruppe rund um Elisabeth Burtscher gemeinsam mit dem Büchereiteam der Walserbibliothek Fontanella und dem Pfarrgemeinderat zum Ziel gesetzt, mehr über die Zeit von 1940 bis 1944 zu erfahren. Bekannt ist, dass zwei Kriegsgefangenenlager auf dem „Obergrechter“ Gemeindegebiet lagen. Eines stand direkt auf dem Faschinapass, das andere bei der „Säge“ in Fontanella. „Die Zwangsarbeiter waren überwiegend in der Landwirtschaft eingesetzt, möglicherweise wurden sie auch mit den Kriegsgefangenen zum Ausbau der Faschinastraße herangezogen“, weiß Burtscher aus Erzählungen von Zeitzeugen.

 

Zeitgemäß

Zweitgemäßes Erinnern mit künstlerischer Innovation und dem materiellen Integrieren von vier behauenen Steinen, die von Kriegsgefangenen für den Ausbau der Straße nach Faschina bearbeitet wurden, zu verbinden, war die Herausforderung für das Projekt. „Hubert Lamperts Entwurf sieht vor, dass drei der behauenen Steine leicht in den Boden beim Seiteneingang der Kirche Fontanella eingelassen werden, darüber wird in Augenhöhe ein „gequältes Kreuz“ aus Stahl an die Wand gehängt, das verzerrt und nur von einem bestimmten Betrachterstandpunkt aus als Kreuz erkennbar ist. Bei der Kapelle auf dem Faschinapass wird der vierte behauene Stein wie in Fontanella links des Eingangs leicht in den Boden eingelassen. Das Kunstwerk deutet Geschichte als Perspektivenphänomen und stellt die Frage nach dem Blickwinkel“, ist man in der Jury von einer ansprechenden Lösung überzeugt.

 

Eröffnung Herbst 2013

Die Erinnerungszeichen, die im Herbst 2013 enthüllt werden sollen, sind in ihrer Art die ersten. Neben einer Gedenktafel für die Zwangsarbeiter der Illwerke auf der Bieler Höhe und dem Erinnerungsplatz Silbertal gibt es in Vorarlberg kein weiteres Zeichen, das an die zur Arbeit gezwungenen Menschen der Jahre 1940-1945 erinnert.

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