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Zum Hafengeburtstag nach Hamburg

Welches ist die schönste Stadt der Welt? Für viele Einwohner und Fans gibt es nur eine Antwort: Hamburg! Tatsächlich hat die Elbmetropole einiges zu bieten. Mehr Brücken als Venedig und Amsterdam zusammen, zum Beispiel. Oder einen 18 Hektar großen See direkt im Stadtzentrum, die Alster. Berühmte Theater, Museen und Musicals. Nichts prägt die Stadt jedoch so sehr wie der Hamburger Hafen.


Deutschlands größter Seehafen grenzt direkt an das Stadtzentrum. Die historischen Sankt Pauli Landungsbrücken, die alte Speicherstadt und die traditionsreiche Überseebrücke mit dem Museumsschiff Cap San Diego erinnern an Hamburgs glorreiche Geschichte als „Tor zur Welt“. Diese begann am 7. Mai 1189. An diesem Tag gewährte Kaiser Friedrich Barbarossa der damals unbedeutenden Stadt Hamburg Zollfreiheit von der Stadt bis zur Mündung der Elbe in die Nordsee.

Von da an begann der stete Aufstieg zu einer weltweit bedeutenden Handelsmetropole. Im 14. Jahrhundert trat Hamburg der Hanse bei, dem Bündnis niederdeutscher Kaufleute zur Vertretung gemeinsamer kaufmännischer Interessen. Im Jahr 1888 wurden der Freihafen und die Speicherstadt eröffnet. Dieser weltweit größte auf Eichpfählen gegründete Lagerkomplex gehört heute zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten des Hafens. Als Lagerhaus werden allerdings nur noch wenige der denkmalgeschützten Backsteingebäude genutzt. Dafür findet man hier unter anderem die größte Modellbahnanlage der Welt.

Ein weiteres Relikt aus alten Zeiten ist der ebenfalls denkmalgeschützte, 1911 eröffnete St.-Pauli-Elbtunnel. Zwei enge Röhren verbinden die Landungsbücken mit der rund 420 Meter südlich entfernten Elbinsel Steinwerder. Um Platz zu sparen, wurden für den Tunnel keine Zufahrtsrampen gebaut. Stattdessen gibt es an beiden Tunnelenden Aufzüge, die Personen, Fahrräder und Kraftfahrzeuge zu den 24 Meter tief gelegenen Tunnelröhren zu befördern. Der alte Elbtunnel ist auch heute noch ein beeindruckendes Technikdenkmal, das vor allem bei Fußgängern, Radfahrern und Joggern beliebt ist. Wo sonst kann man einen kompletten Marathon geschützt von Wind und Wetter laufen?

Für Historisches und Hafenromantik bleibt südlich der Elbe kein Platz. Hier zeugen Containerterminals und riesige Frachtschiffe davon, dass hinter der malerischen Hafenkulisse jährlich 140 Millionen Tonnen Waren umgeschlagen werden. Im modernen Hafen wird rund um die Uhr gearbeitet, sieben Tage die Woche. Die Globalisierung nimmt keine Rücksicht auf Zeitzonen oder Feiertage. Die wahren Dimensionen des gut 7.200 Hektar großen Hafengeländes erschließen sich jedoch erst, wenn man den Hafen vom Wasser aus erkundet.

Die Hafenrundfahrt ist demnach auch der unverzichtbare Klassiker im Hamburger Touristenprogramm. Trotzdem besteigen auch Einheimische gerne eine der unzähligen Barkassen und lassen sich bei einem entspannten Alsterwasser durch „ihren“ Hafen schippern. Es gibt eben immer etwas zu sehen, zumal der Hafen ständig modernisiert und erweitert wird. Kenner wählen für die große Rundfahrt die kleinen Barkassen und nicht die großen Ausflugsdampfer. Nur die flachen Barkassen kommen unter allen Brücken durch und können so tief in das weiterverzweigte Labyrinth aus Kanälen und Fleeten des Hafens vordringen.

Bei einer Hafenrundfahrt lässt sich auch Hamburgs ambitioniertestes Stadtplanungsprogramm bewundern. Zwischen Hafen und Innenstadt wächst seit 2003 die HafenCity heran, ein komplett neuer Stadtteil auf ehemaligem Brachland am Rande des Hafens. In unmittelbarer Nähe der historischen Speicherstadt entstehen hier Luxus-Appartments mit eigenem Bootsliegeplatz und Büros in modernste Architektur. Unilever hat hier eine neue Europazentrale eröffnet. Gleich nebenan gehen riesige Kreuzfahrtschiffe wie die Queen Elisabeth II vom neuen Kreuzfahrtterminal aus auf große Fahrt.

Das wohl umstrittenste Bauprojekt Hamburgs liegt ebenfalls in der Hafencity. Auf einem ehemaligen Kakaospeicher entsteht seit 2007 die von den Basler Architekten Herzog & de Meuron entworfene Elbphilharmonie. Der kühne Entwurf krönt den alten Backsteinbau mit einem gewaltigen, geschwungenen Glasaufbau. Mit 110 Metern Höhe wird die Elbphilharmonie damit das höchste bewohnte Gebäude der Stadt. Die ursprünglich veranschlagten Baukosten von 77 Millionen Euro mussten schrittweise auf zuletzt 476 Millionen erhöht werden. Die eigentlich für 2010 geplante Eröffnung der Elbphilharmonie wird wohl nicht vor 2014/2015 erfolgen.

Viele Kritiker werfen den Planern vor, die Öffentlichkeit über die waren Kosten getäuscht zu haben und immer mehr öffentlich Mittel in ein Fass ohne Boden zu investieren. Wie auch immer man zu dem Projekt steht – an der Fertigstellung führt wohl kein Weg mehr vorbei. Und bereits jetzt lässt sich die spektakuläre Außenwirkung des Gebäudes betrachten, das in Zukunft wohl eines der Wahrzeichen der Hansestadt wird.

Hamburg und Hafen gehören unzertrennlich zusammen, und Projekte wie die Hafencity und die Elbphilharmonie schlagen eine Brücke zwischen den ehemals streng getrennten Gebieten von Stadt und Hafen. Einmal im Jahr feiert die ganze Hansestadt ihren Hafen mit Deutschlands größtem Hafenfest, dem Hamburger Hafengeburtstag.

Vom 11. bis 13. Mai ist es auch dieses Jahr wieder so weit. Historische Segelschiffe und Frachter bestimmen das Bild auf der Elbe, während an der Hafenmeile rund 500 Schausteller und kulinarische Angebote für Unterhaltung sorgen. Zu den Höhepunkten gehört in diesem Jahr neben dem großen Feuerwerk am Samstagabend die Taufe des Kreuzfahrtschiffes AIDAmar. Klassiker im Programm wie große Ein- und Auslaufparade oder das legendäre „Schlepperballett“ dürfen natürlich auch nicht fehlen.

Wer genug hat vom Trubel der Hafenmeile sollte einen Spaziergang elbabwärts planen. Vorbei am alten Fischmarkt mit der Fischauktionshalle und modernen Bürogebäuden liegt etwas abseits der Museumshafen Övelgönne, wo sich historische Schiffe aus nächster Nähe begutachten lassen. Direkt dahinter beginnt der Elbstrand. Von hier aus lässt sich ganz entspannt das Treiben auf dem Wasser beobachten, mit einem Fischbrötchen in der Hand und den nackten Füßen im feinen Sand. Und spätestens jetzt beginnt man auch als Gast zu verstehen, warum diese Stadt für viele die schönste der Welt ist.

Dieser Gastbeitrag wurde Ihnen zur Verfügung gestellt von den Reiseexperten von HotelMaps.com.

Hotelempfehlungen für Hamburg: Hotel Hafen Hamburg, Motel One Hamburg am Michel, 25hours Hotel HafenCity. Weitere Möglichkeiten für Ihre Übernachtung in Hamburg finden sie online.

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