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Zum Gedenken an Tiburt Fritz

Quelle: VN-Chronik
Quelle: VN-Chronik ©Symbolbild

Tiburt Fritz

Mittelberg. Karl Tiburtius Josef Fritz wurde am 16. März 1950 in Mittelberg geboren. Schon früh musste Tiburt als kleiner Bub als Hirte auf die Alpe Innere Duura und Stierhof. Nach der Volksschule besuchte er das Gymnasium in Bregenz und später die PädAk. 1972 trat er als Lehrer für Volksschulen und Sonderschulen in Rankweil in den Schuldienst ein. 1971 heiratete er die aus Bludenz stammende Annette Netzer. Aus der Ehe stammen die beiden Kinder Eliane und Sarah und inzwischen sechs Enkel.

Soziales Engagement

1975 kam Tiburt Fritz mit einer Spezialaufgabe im Gepäck in seine Heimat Kleinwalsertal zurück: Gründung und Aufbau der Allg. Sonderschule im Kleinwalsertal. Diese wurde zunächst in Hirschegg und Mittelberg geführt, ehe mit der Übersiedlung der Sonderschule in das Schulzentrum in Riezlern ein Meilenstein in der “integrativen Sonderpädagogik” geschaffen wurde. Tiburt war stets ein Vordenker und Vorkämpfer dieser Integration gewesen. Ihm war auch wichtig, dass seine Schüler im späteren Leben zurechtkamen, so war er auch Ende der 80er-Jahre Mitbegründer der Lebenshilfe Kleinwalsertal, deren Obmann er von 1992 bis 2001 war. Auch im Vorstand der Lebenshilfe Vorarlberg war seine Erfahrung sehr gefragt. Neben seinem sozialen Engagement lagen Tiburt seine Heimat, der Naturschutz und die Geschichte der Walser stets sehr am Herzen. 1978 war er Gründungsmitglied des Vereines Landschaftsschutz Kleinwalsertal und dessen Obmann bis zu seinem Tod. Von 1995 bis 2005 vertrat Tiburt die Vorarlberger Walservereinigung als Vizepräsident. Sein Herzensanliegen aber war die “Walserheimat”, die Vereinszeitung der Vorarlberger Walservereinigung. Viele Heimatbücher und die Neuauflage des “Liederbogens von Wilhelm Fritz” hat er in seinem Burmänta-Verlag herausgegeben. Zusammen mit Werner Drechsel und Karl Keßler konnte er 1995 das Kleinwalsertaler Mundartwörterbuch herausgeben. Als guter Bergsteiger und Kletterer hat er sich auch über vier Jahrzehnte im Österreichischen Alpenverein eingebracht und manche Tour geführt. Auch bei der Gründung des Schachclubs oder als Sänger war Tiburt aktiv, im Jodlerchörle und im Männerchor Kleinwalsertal oder im Kirchenchor Mittelberg war er als guter Sänger gefragt. Von 2000 bis 2005 setzte sich Tiburt als Ersatzmitglied in der Gemeindevertretung ein und wurde für seine Verdienste 2008 mit der Goldenen Ehrennadel der Gemeinde geehrt.

Familientradition

In alter Familientradition stand bei ihm immer die Türe für alle möglichen Anliegen offen. Besonders stolz war er auf seine Enkel. Großes Vergnügen bereiteten ihm und seiner Frau Annette die jährlichen Fahrradreisen, so etwa nach Jugoslawien, der Türkei, Italien, Spanien und auch China, Neuseeland und Chile. Seine letzte Reise führte ihn nach Israel, wo ihn kurz vor Jerusalem am 7. August 2010 die Kräfte verließen. Eine große Trauergemeinde nahm am 21. August 2010 in Mittelberg Abschied von einem großen und verdienten Walser. Tiburt Fritz wird in seiner Familie und in den Institutionen, in denen er tätig war, eine große Lücke hinterlassen.

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