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Zürcher Studenten führen Medien an der Nase herum

Die Züricher Studenten lösten einen Medienhype aus.
Die Züricher Studenten lösten einen Medienhype aus. ©Nicolas Büchi/ZHdK/Twitter
Die Gokart-Crew WD40 machte in den letzten Wochen Zürich unsicher. Etliche Schweizer Medien berichteten von ihren wilden Rowdy-Aktionen auf den Straßen. Jetzt hat sich herausgestellt, dass die Gang und ihre Events nur ein Fake sind. Denn es war das Bachelorarbeitprojekt von zwei Studenten der Züricher Hochschule der Künste.
Das Projekt "Wilder Werner"

Die Gokart-Crew und alles drum herum war eine mediale Inszenierung von Michael Schwendinger und Alun Meyerhans, zwei Cast-Studenten der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK).

Die Anfänge des Projekts

Angefangen hatte alles im März 2016 als auf Facebook ein Luis Lienhard auftauchte. An bekannten Plätzen in Zürich standen dann auf einmal vereinzelt Gokarts, die es sogar auf den Instagram-Account von SRF-Moderator Reeto von Gunten geschafft haben.

Aapschlosse.

Ein von Grüessech! (@reetovongunten) gepostetes Foto am

Fiktiver Leserreporter verbreitet Infos über Gokart-Crew

Ein Leserreporter machte die ersten Medien darauf aufmerksam, dass die Fahrgestelle der Gokart-Crew WD40 gehören sollen. Schnell berichteten die Schweizer Medien darüber, aber auch international wurde das Thema rund um die Crew aufgegriffen.

Die Videos wurden sogar von “Stern” und “dontpaniconline.com” aus den UK geteilt. Auch Schweizer Fernsehsender berichteten über WD40, die sich von Trams ziehen ließen und mit 50 km/h durch die Straßen rasten.

Verbindung zwischen Lienhard und WD40

Lienhard veröffentlichte kurze Zeit später eine Dokumentation über die Gang. Dazu schreibt er, dass er die Chance erhalten habe, die Crew zu begleiten. Auf Facebook wurde zudem ein Event erstellt: “Der Wilde Werner – Rave & Ride” ist ein öffentliches Gokart-Rennen.

Alles nur ein Fake

Aber die Gokart-Crew, Luis Lienhard, den Wilden Werner und das Rennen gibt es in Wirklichkeit nicht. “Wir haben alles von Anfang an akribisch genau geplant – die Erstellung des Fake-Profils, der Videos oder des Events”, erzählt Michael Schwendinger gegenüber dem Medienportal persoenlich.com. Auch der Leserreporter, der das Ganze ins Rollen gebracht hat, sei inszeniert gewesen.

Ziel des Projekts

“Wir wollten auf das ‘Fear of missing out’-Phänomen aufmerksam machen”, erklärt der zweite im Bunde, Alun Meyerhans. Es ist die zwanghafte Sorge eine soziale Interaktion oder eine ungewöhnliche Erfahrung zu verpassen – und jeder muss der Erste sein, der davon weiß. Ihre Vorgehensweise zeigt das Video zur Case Study:

Medien übernamen Geschichte ohne zu hinterfragen

“Es ist wirklich alles genau so abgelaufen, wie wir es geplant hatten”, zeigt sich Schwendinger überrascht. “Wir streuten die Geschichte extra an einem Feiertag, da wir davon ausgingen, dass dann das Tagesgeschäft nicht so viel hergibt. Und prompt wurde die Story von allen aufgenommen.”

Trotz Telefonangaben hat aber kein einziger Journalist direkt nachgefragt. “Es schien so, als ob die Medien die Geschichte einfach verbreiten wollten, egal ob sie echt ist oder nicht.”

Projekt beendet

Die “Mockumentary” wird mit Abschluss der Arbeit aufgelöst. Nicht begeistert zeigen sich aber die Zürcher Verkehrsbetriebe (VBZ). Laut “Watson” haben die VBZ vor zwei Wochen Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Denn in einem der Videos ist zu sehen, wie sich zwei Gokart-Fahrer an der Tram befestigen, ziehen lassen und dabei filmen – ohne Drehbewilligung.

“Wir finden es etwas schade, dass die ganze Diskussion in diese Richtung nun geht. Es steckt viel mehr hinter dem ganzen Projekt und dies ist nur ein ganz kleiner Teil dieser Geschichte”, erklären die Studenten gegenüber VOL.AT. Man sei jedoch in Gesprächen mit den VBZ.

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