Zu Hause in der Fußballkantine

Wolfurt - Seit Langem ist Lotte Wille die gute Seele des FC Wolfurt. Auch beim Hallenmasters.

Sie ist das, was man landläufig als gute Seele eines Vereins bezeichnet. Doch davon will Lotte Wille nichts hören. „Ich mache es gerne. Das ist alles”, sagt sie resolut. Dass die Hausfrau seit nunmehr 15 Jahren viele Wochenenden opfert, um den Fans des FC Wolfurt eine ordentliche Verpflegung zu sichern, tut sie mit einem Schulterzucken ab. Derzeit steht Lotte Wille beim schon legendären Hallenmasters in der Hofsteighalle hinter dem Tresen. Und mit ihr ein Team von vielen freiwilligen Helfern. „Ohne die wäre das nämlich nicht zu bewältigen”, weiß sie deren Unterstützung deshalb mehr als zu schätzen.

Ein echter Profi

Für ein Gespräch mit der quirligen Person braucht es Geduld. Lotte Wille redet nicht gerne über sich selbst. Lieber kümmert sie sich um einen reibungslosen Ablauf der Bewirtschaftung. Denn darin ist sie ein echter Profi. Zum Job in der Fußballkantine ist die zweifache Mutter durch den kickenden Sohn gekommen. Weil der damalige Betreiber aufhören wollte, musste ein Nachfolger her. Es wurde eine Nachfolgerin. Seitdem ist das Programm an den Wochenenden für Lotte Wille quasi vorgegeben. Fußball, Fußball und nochmals Fußball. Entweder am Sportplatz an der Ach oder im Flotzbach. Viel kriegt sie von den Spielen allerdings nicht mit. „Während der Arbeit bleibt kaum Zeit zum Zuschauen”, erzählt Lotte Wille. Denn sie springt überall dort ein, wo sie gebraucht wird. Von der Getränkeausgabe bis zum Geschirrwaschen: Wenn eine helfende Hand benötigt wird, ist die bald 58-Jährige zur Stelle. Leise, aber routiniert.

Mitgewachsen

Mit dem Hallenmasters ist Lotte Wille praktisch mitgewachsen. Elf Mannschaften waren es zu Beginn, heute kämpfen 86 um Preisgelder und Meisterehren. Dazu rund 25.000 Besucher über die Turniertage verteilt, die ganz schön hungrig und durstig sind. An die 800 Kilo Chicken Nuggets und noch mehr Pommes verlassen während dieser Zeit die Küche, in der vornehmlich Christine Stark werkelt. Lotte Wille verfügt über ein eingespieltes Team. Einige Freiwillige hat sie von ihrem Vorgänger übernommen, andere selbst rekrutiert. „Man fragt”, meint sie nur. Bislang war sie damit erfolgreich. Doch es werde immer schwieriger, Leute zu finden, die sich für ein Essen engagieren.

Mehr Freizeit

Das ist jedoch nicht der Grund dafür, dass die bald zweifache Oma demnächst etwas kürzer treten und nur noch das Training im Flotzbach bewirten wird. Langsam reiche es einfach. Und was tut Lotte Wille mit den vielen freien Samstagen und Sonntagen? Das weiß sie noch nicht. Sicher ist nur, dass ihr Mann jetzt nicht mehr so oft an den Wochenenden allein zu Hause sitzen muss. „Sonst ist es halt die Frau”, merkt sie beiläufig an. Und sicher ist, dass Lotte Wille weiterhin auf dem Fußballplatz zu finden sein wird. „Bei den Heimspielen des FC bin ich natürlich dabei”, sagt sie lachend.

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