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Zieht EZB im Juli Schraube an, werden Kredite teurer

Nachdem EZB-Chef Jean-Claude Trichet am 5. Juni wegen der Rekord-Inflation für die Juli-Sitzung überraschend deutlich eine Erhöhung der Leitzinsen angedeutet hat, geht der Markt davon aus, dass die Euro-Zentralbank in wenigen Wochen das erste Mal seit einem Jahr die Zinsschraube anzieht. Höhere Leitzinsen verteuern die Ausleihungen für Unternehmen und private Haushalte.

Auf Firmen und Private kommt damit eine Verteuerung von Krediten zu, verlautet aus deutschen und österreichischen Banken. Bei den Sparzinsen wird es dann ebenfalls wieder nach oben gehen, aus kurzfristigen Marktetingüberlegungen könnte auf der Einlagenseite die eine oder andere Bank wieder vorpreschen, meinte ein Marktbeobachter am Montag zur APA. Relativ flott nach oben gehen dürfte es im Fall eines EZB-Zinsschritts im Neugeschäft bei vielen Firmenkrediten und bei neuen Privatkrediten. Bei den Zinsen auf bestehende Kredite an Haushalte sind die Banken über Zinsgleitklauseln “gefesselt”, nach Angaben aus Instituten gilt es aber als logisch, dass es mit der Entwicklung der Indikatoren (Euribor, Sekundärmarktrendite) beim jeweils nächsten Stichtag ebenfalls nach oben geht.

Franz Pinkl, Chef der Volksbank AG (VBAG), wollte sich im Klub der Wirtschaftspublizisten am Montag nicht auf Fragen nach Zinserhöhungen in der heimischen Bankenbranche und in seiner Gruppe äußern. “Wir geben Zinsanpassungen an unsere Kunden weiter, wenn sich die Mittel verteuert haben”, sagte Pinkl. Nachsatz: “Billiger wird es wohl nicht”. Die Kreditnachfrage sei momentan stabil. Schon jetzt müssten aber gestiegene Refinanzierungskosten untergebracht werden, was nicht überall gelinge.

Zur Ankündigung höherer Leitzinsen meinte Pinkl, die EZB sei “natürlich in hohem Maß von der Sorge um die Inflation getrieben”. Sollte es zu einem EZB-Zinsschritt kommen, glaubt er eher an eine “sehr sehr kleine” Anpassung und dass darauf geachtet wird, keine falschen Signale für die Konjunktur zu setzen. “Die EZB muss das wegen der Inflation machen”.

In Euroland ist die Inflation zuletzt weiter deutlich angestiegen: Nach dem bisherigen Rekord von 3,6 Prozent im März hat die jährliche Inflationsrate der Eurozone im Mai mit 3,7 Prozent einen neuen Höchststand erreicht. In Österreich (3,7 Prozent nationale Quote) stellte sich die Teuerung auf den höchstsen Stand seit 15 Jahren. In der gesamten EU kletterte die Teuerungsrate auf 3,9 Prozent.

Die Auswirkungen der internationalen Finanzmarktkrise ebbten mittlerweile ab, meint Pinkl. Er rechnet für 2008 mit einer “Erholung der Bewertungssituation”, die allerdings in Wellenbewegungen und nicht schlagartig vonstatten gehe, sodass das Thema bis ins Jahr 2009 hineinreichen werde. Die Märkte beruhigten sich langsam. Bei den österreichischen Banken seien keine Verluste angefallen, sondern Bewertungsbedarf im Gefolge der IFRS-Bilanzierung.

Die Volksbank AG (VBAG) selbst hat im ersten Quartal ihre Bewertungsreserve noch einmal bewegen müssen. Das Haus hat im ersten Quartal 2008 (nicht ergebniswirksame) Abwertungen im Ausmaß von 157 Mio. Euro vornehmen müssen. Schon im Monat April habe es daraus aber wieder eine Verbesserung um 30 Mio. Euro gegeben, betonte der Volksbank-AG-Konzernchef.

Wegen der Finanzkrise hatte der Volksbank-Konzern 2007 ergebniswirksame Wertberichtigungen von 38 Mio. Euro auf strukturierte Investments verbucht, davon rund 20 Mio. Euro auf Subprime-betroffene Papiere. Totalabschreibungen erfolgten dabei nur für zwei Tranchen von je 7,5 Mio. Euro. Ein weiterer temporärer Abwertungsbedarf über 115 Mio. Euro belastete 2007 die Bewertungsreserve, wurde also nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung gebucht, sondern verringerte nur die entsprechende Reserve im Kapital. Man ist weiter von der Werthaltigkeit der Papiere über die Laufzeit überzeugt.

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