Zehn Österreicher in Burma "wohlauf"

Nach neuesten Informationen der österreichischen Botschaft in Thailand leben derzeit gerade einmal zehn Österreicher in Burma (Myanmar). Mit ihne stehe man in Kontakt, sagte Außenamtssprecher Peter Launsky-Tieffenthal am Freitag auf Anfrage der APA.

Sie seien „den Umständen entsprechend wohlauf.“ In Burma selbst ist die deutsche Botschaft in Rangun auch für Österreicher zuständig. Dort hatte man am Freitag ebenfalls keine Erkenntnisse, dass österreichischen Staatsbürgern etwas widerfahren wäre.

„Die meisten haben familiäre Verbindungen, sind dort verheiratet oder mit internationalen Organisationen und NGOs im Land“, sagte Launsky-Tieffenthal. Auf die Frage, ob man Kenntnis von allen Österreichern im Lande habe, meinte er: „In solchen Ländern kann man eher davon ausgehen, dass die Menschen sich registrieren lassen.“ Dass man von Österreichern, die auf eigene Faust durch Burma reisen, nichts wisse, könne er zwar „nicht ganz ausschließen“, aber: „Es ist Monsun-Zeit und da sind generell wenige Ausländer im Land.“

Die Tourismus-Saison beginnt in Burma erst im November; das Außenministerium rät aktuell von nicht unbedingt notwendigen Reisen nach Myanmar ab. Besonders sollen sich Reisende von Demonstrationen fernhalten, wie es auf der Internetseite des Ministeriums heißt. Es müsse ihnen bewusst sein, dass die „Kontaktaufnahme mit Regimekritikern“ und „politische Äußerungen gegen die undemokratischen Zustände im Lande“ mit langjährigen Haftstrafen geahndet werden können.

Das deutsche Auswärtige Amt weist darauf hin, dass insbesondere das „Erstellen von Foto- oder Videoaufnahmen“ ein zusätzliches Risiko darstelle. Am Donnerstag war nach Angaben der Behörden von Myanmar ein japanischer Reporter beim gewaltsamen Vorgehen gegen die Demonstranten getötet worden. Ein Deutscher könnte ebenfalls einem Schusswechsel zum Opfer gefallen sein, wie die Internationale Journalistenföderation am Freitag mitteilte.

Mitten in der Regenzeit sind laut dem Geschäftsführer des Reiseveranstalters „Taipan“, Günter Krause, im Moment gerade einmal „eine Handvoll“ österreichische Urlauber in Burma unterwegs. Auch bei „Thomas Cook“ seien für den Saisonbeginn im November bisher nur 15 Teilnehmer gebucht, sagte Sprecherin Nina Kreke am Freitag der APA – wobei diese Zahl österreichische und deutsche Gäste einschließe.

Im Durchschnitt würden nach Auskunft von Christian Bruckmüller, geschäftsführender Gesellschafter beim Asienspezialisten „Jumbo“, im Jahr 1.600 Österreicher Rundreisen in Burma buchen. Eigenen Angaben zufolge hält Jumbo 70 Prozent bei Reisen in das Land. Bei Taipan, dem zweiten großen touristischen Burma-Veranstalter in Österreich, buchten in der vorigen Wintersaison laut Krause knapp 700 Österreicher Rundreisen in Burma. Im Gegensatz zu Spezialisten wie Jumbo – wo Bruckmüller einen Burma-Boom bei Reisenden in den vergangenen drei Jahren ortet – ist Burma für den großen Anbieter Thomas Cook „ein sehr kleines Segment“. Thomas Cook bringt Kreke zufolge jährlich etwa 200 Touristen aus Österreich und Deutschland nach Burma.

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