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Zahlreiche Tote in Kolumbien

Bei einer Offensive der linken FARC-Rebellen sind in den letzten Stunden vor der Amtseinführung des gewählten kolumbianischen Präsidenten Dutzende getötet worden.

In der nördlichen Provinz Cordoba richtete die marxistische Guerilla nach Angaben des regionalen Beauftragen für Menschenrechte ein Massaker unter Zivilisten an. Dabei starben mindestens zwölf Bewohner des Dorfes Los Guaduales. Weitere 18 Bauern galten als vermisst und Dutzende wurden verwundet. Augenzeugen hatten zuvor sogar von bis zu 40 toten Zivilisten berichtet.

Die FARC und auch die rechten Milizen töten oft Zivilisten, denen sie vorwerfen, dem jeweiligen Gegner geholfen zu haben. Etwa 2.000 Mitglieder der FARC waren seit dem Wochendende in schwere Kämpfe mit rechten Milizen und mit den Streitkräften um die Kontrolle der Region verwickelt. Dabei sollen auf beiden Seiten insgesamt etwa zwölf weitere Kämpfer getötet worden sein. Cordoba ist die Hochburg der rechten Milizen, die dort in den 80er Jahren von Großgrundbesitzern als Schutztruppe gegen Überfälle der Rebellen gegründet worden waren.

Im Süden des Landes erlitten die FARC erhebliche Verluste. Das Militär schlug nach eigenen Angaben am Dienstag einen Angriff der Rebellen auf den Ort La Uribe zurück und tötete dabei zwölf Guerilleros. Auch ein Soldat sei getötet worden. Bei der vorzeitigen Explosion einer Autobombe in der Provinz Meta starben Medienberichten zufolge zwölf weitere FARC-Rebellen.

Der Kommandant der Streitkräfte, General Jorge Mora, betonte, “80 bis 90 Prozent“ der FARC-Angriffe zur Störung der Amtsübernahme Uribes seien neutralisiert worden. An diesem Mittwoch sind in der Hauptstadt Bogota etwa 20.000 Polizisten und Soldaten im Einsatz. Während der mehrstündigen Zeremonie werde der Luftraum über der Stadt geschlossen, teilten die Behörden mit.

Mit seinem Versprechen, härter als die bisherigen Regierungen gegen die Rebellen vorzugehen, hatte Uribe die Präsidentenwahl Ende Mai mühelos im ersten Wahlgang gewonnen. Dafür erklärten ihn die FARC zu einem „militärischen Ziel“. Die FARC sind mit 17.000 Männern, Frauen und Kindern unter Waffen die größte Rebellengruppe des Landes. Sie bekämpfen den Staat sei fast 40 Jahren.

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