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Zahlen bei Head wieder schwarz

Kennelbach - Der an der Wiener Börse notierte Sportartikelhersteller Head N.V., der auch eine Produktionsstätte in Vorarlberg betreibt, hat nach den ersten drei Quartalen 2009 dank Sondereffekt in der Bilanz wieder einen Überschuss ausgewiesen.

Nettoergebnis (nach Steuern und Zinsen) von – 8,5 auf + 24,4 Mill. Euro gedreht, operativen Gewinn von – 5,3 auf + 2,1 Mill. Euro geschraubt, beim Umsatz trotz Krise nur um 2 Prozent auf 207 Mill. Euro zurückgefallen. Diese Kennzahlen nach drei Quartalen des Geschäftsjahres 2009, verglichen jeweils mit dem entsprechenden Stichtag 2008, veranlassten heute  Head-Finanzchef Mag. Günter Hagspiel zur Feststellung, dass „wir signifikant richtig auf Kurs liegen, aber weiter auf der Hut sein müssen, da unser Erfolg sehr stark von unsererseits gar nicht beeinflussbaren Faktoren abhängt“. Im Klartext: Ein „Nicht-Winter“ wie 2006/07 würde Head auch in seiner wieder deutlich robusteren Verfassung an einem Lebensnerv treffen.

Der nach drei Quartalen ausgewiesene Gewinn von 24,4 Mill. Euro ist zwar auch der erfolgreichen Optimierung der Deckungsbeiträge (Beispiel: Verlagerung der Tennisballproduktion von USA nach China) und einem konsequenten Kostensenkungsprogramm (von Reisespesen über Boni bis hin zu Werbeaktivitäten) zu verdanken. In erster Linie brachte jedoch eine Entschuldung um 42 Mill. Euro auf einen Schlag diesen Turnaround, die via Umtausch eines dramatisch entwerteten Corporate Bonds in eine neue besicherte Anleihe bei gleichzeitiger Übereigung von 25 Prozent des Head-Aktienkapitals an diese Anleiheinhaber erzielt wurde. Hagspiel: „Dafür stellte ja auch Johan Eliasch persönlich eine 10 Mill. Euro-Kreditlinie zur Verfügung. Über dieses Konstrukt sparen wir künftig auch 3 Mill. Euro Zinsen pro Jahr ein.“

Bei einem erwirtschafteten operativen Cash-flow von über 30 Mill. Euro verfügt Head aktuell über 25 Mill. Euro in Cash (mehr als doppelt so viel wie vor einem Jahr). Das mag auch gut sein, da die jetzt zu tätigende Vorfinanzierung der laufenden Wintersportproduktion im Schnitt erst innert 250 bis 300 Tagen wieder „hereinverdient“ wird – für die Head-Finanzen entlastend wirkt dagegen das Faktum, dass bei den Geschäftsfeldern Racketsports und Tauchen andere Geldflusszyklen gelten, Head also besser ausbalanciert ist als ein reiner Wintersportproduzent.

Stichwort Tauchen. Hier brachen die Umsätze um 12 Prozent ein, spürt Head am stärksten die Krise (Reisetätigkeit, Freizeitbudgets). Bei Racketsports wurde das Geschäft dank neuer Produkte und Investitionen in Tennis-Asse (Djokovic, Murray) um 7, im Tennisballbereich sogar um 20 Prozent gepusht. Im Wintersport bzw. beim Alpinski ist ein Umsatzminus von 9 Prozent zu beklagen, da die Märkte Japan um 10, Nordamerika um über 20, Osteuropa um bis zu 80 Prozent eingebrochen sind. Europa holt hier sozusagen die Kastanien aus dem Feuer. Für den Standort Kennelbach ist Hagspiel auf Anfrage optimistisch: „Wir haben hier die hochwertige Skiproduktion, die Rennskiproduktion, die Racketfertigung, die F & E- sowie die Sales & Marketing-Teams – lauter Kernkompetenzen. Und die Belegschaftsgrößen wurden schon optimiert“, sieht er keinen Grund und kennt keine Pläne für größere „Anpassungen“.

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