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Zahl der Grippetoten in Mexiko steigt weiter

©AP, EPA
Die Zahl der Grippetoten in Mexiko ist auf 103 gestiegen. Dies sagte Gesundheitsminister Jose Angel Cordova am Sonntagabend im mexikanischen Fernsehen.
Schweinegrippe breitet sich aus 

Wie viele der Opfer durch den mutierten Schweinevirus H1N1 infiziert waren, sagte Cordova nicht. Bisher war der Virus bei 20 der Todesfälle nachgewiesen worden. Der Minister berichtete zudem, dass im ganzen Land 1614 Grippekranke in Hospitälern behandelt werden. Über 60 Prozent der Patienten seien auf dem Weg der Besserung.

Die USA riefen am Sonntag den Gesundheitsnotstand aus. Ähnlich wie etwa bei heranziehenden Hurrikans bedeutet die Notstandserklärung, dass zusätzliche Bundesmittel für Vorsorgemaßnahmen bereitgestellt werden. Im Fall der Schweinegrippe werden damit beispielsweise staatliche Lagerbestände an Antiviren-Medikamenten zur möglichen Verteilung vorbereitet, wie Heimatschutzministerin Janet Napolitano auf einer Pressekonferenz des Weißen Hauses erläuterte.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sprach von einem Gesundheitsnotfall internationalen Ausmaßes. Sie zeigte sich aber auch davon überzeugt, dass die Welt dieses Mal besser auf die drohende Epidemie vorbereitet sei als etwa bei der Vogelgrippe in Asien. In den USA gab es bis zum Sonntag 20 bestätigte Krankheitsfälle, davon acht Schüler eines Privatgymnasiums in New York – keiner der US-Patienten war bis dahin gestorben. In Kanada gab es sechs bestätigte Fälle.

Der Direktor der Gesundheitsbehörde CDC, Richard Besser, sagte am Sonntag bei einer Pressekonferenz, es würden in den USA weitere und dabei auch ernstere Erkrankungen erwartet. Bisher sind alle bestätigten Fälle in den USA glimpflich verlaufen, das heißt, alle Erkrankten sind genesen, während in Mexiko Menschen an der Schweinegrippe starben. “Wir werden ein breiteres Spektrum der Krankheit sehen”, sagte Besser. “Die Krankheit wird sich weiter ausbreiten. Wir betrachten dies als einen Marathon.”

Zahlreiche Länder vor allem in Lateinamerika trafen Vorbereitungen, um ein Einschleppen des Virus aus Mexiko und den USA zu verhindern. Mexikanische Behörden spürten mögliche Grippekranke in Wohnungen, auf Flughäfen und Bahnhöfen auf. Russland sprach eine Reisewarnung für Mexiko aus.

Präsident Felipe Calderon berichtete am Sonntag vor dem nationalen Gesundheitsrat, von 1386 Grippe kranken Patienten in Krankenhäusern sei bei 926 Entwarnung gegeben worden. 386 Menschen seien weiter unter Beobachtung in den Hospitälern. Er rief die Teilstaaten auf, alle Fälle von Grippe zu melden. Speziallabore, die den mutierten Schweinevirus aufspüren können, seien ab Mitte der Woche in Mexiko verfügbar. Bisher müssen die Proben in den USA und Kanada analysiert werden.

In Mexikos Hauptstadt-Region sind seit Freitag alle Schulen geschlossen, Großveranstaltungen sind verboten. Fußballspiele werden ohne Publikum ausgetragen. Und auch die katholische Kirche hat die Pforten ihrer Kirchen für Sonntagsmessen schließen müssen. Die Regelungen gelten zunächst bis zum nächsten Wochenende.

Eine Ausbreitung der Schweinegrippe könnte auch die ohne schon angeschlagene Weltwirtschaft weiter belasten. Die Weltbank schätzte 2008 – vor der aktuellen Rezession – die Kosten für eine Grippen-Pandemie auf etwa drei Billionen Dollar (2,27 Billionen Euro). Sie würde zu einem Rückgang der weltweiten Wirtschaftsleistung um etwa fünf Prozent führen. Hart getroffen werden könnten die Branchen Reise und Tourismus. Kunden könnten Reisen und Flüge stornieren und viele Unternehmen haben Pläne in der Schublade für eine Einschränkung von Geschäftsreisen für den Fall des Ausbruchs einer Pandemie.

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