YouTuber wollen die Zerstörung der ÖVP

Die jungen YouTuber wollen den Untergang der ÖVP herbeiführen
Die jungen YouTuber wollen den Untergang der ÖVP herbeiführen ©Screenshot - YouTube Accounts von Konstantin Kladivko und Working Class Hero
Die Botschaft aus den Anti-ÖVP-Videos: Die Volkspartei nimmt es mit der Wahrheit nicht so genau. Die Türkisen machen Politik für die Reichen und Konzerne und tun alles, um an der Macht zu bleiben.

Mai 2019 - EU-Wahl in Deutschland. Das Ergebnis, das so in keinster Form erwartet wurde, steht fest: Die deutschen Grünen feiern völlig überraschend riesige Zuwächse. Während die alteingessessene CDU an den Hebeln der Macht deftige Stimmverluste einfuhr. Dieses unverhoffte Wahlergebnis auf beiden Seiten wird paradoxerweise zu großen Teilen einem einzigen YouTuber (!) zugeschrieben. Mit Namen: Rezo. Der deutsche Videoblogger mit dem blau gefärbten Haar hinterließ mit seinem millionenfach geklickten Wut-Video gegen die Alt-Parteien so dermaßen tiefe Spuren in der politischen Landschaft, dass die Volksparteien viele Stimmen verloren.

Kurz vor der EU-Wahl hatte der damals 26-Jährige sich auf seinem YouTube-Kanal in einem fast einstündigen Video maßlos über die deutsche CDU geärgert. Das Video mit dem Namen "Jetzt reicht´s - Die Zerstörung der CDU" wurde 16 Millionen mal geklickt und veränderte die Wahlmeinung vieler Deutscher. Vor allem bei den Wählern unter 30 verlor die Volkspartei massiv, während die Grünen in diesem Segment massiv punkteten. Bei der EU-Wahl sprach man im Zusammenhang mit dem Video sogar vom "Rezo-Effekt". Vorwiegend junge Wähler waren dem Aufruf, nicht die CDU zu wählen, gefolgt.

Nun wollen Austro-YouTuber die ÖVP vernichten

"Revoluzzer" Rezo hat jetzt in Österreich gleich zwei Nachahmer gefunden. Nach dem Vorbild des Deutschen Revoluzzers veröffentlichten dieser Tage zwei Austro-Youtuber deftige Anti-ÖVP-Videos. Die Videos tragen den wenig schmeichelhaften Titel "Die Zerstörung der ÖVP" beziehungsweise "Die echte Zerstörung der ÖVP". In ihren Video-Beiträgen analysieren sie die Politik von Kurz und seiner Partei - und zerlegen diese faktenbasiert in ihre Einzelteile. Die Botschaft je Video: Die ÖVP nimmt es mit der Wahrheit nicht so genau. Die Türkisen machen Politik für die Reichen und Konzerne und tun alles Erdenkliche,um an der Macht zu bleiben.

Am Sonntag ist Nationalratswahl. So wie Rezo ein paar Monate zuvor bei der EU-Wahl, wollen auch die beiden österreichischen YouTuber die Meinungsbildung vor dem Urnengang prägen und in ihrem Sinne beeinflussen. Und in ihrem Sinne ist: den Stimmenverlust der ÖVP so weit es nur geht zu maximieren! Mit anderen Worten: Sie wollen der größte Albtraum von Kurz sein.

Konstantin Kladivko: "Die echte Zerstörung der ÖVP"

"Ich hätte nie gedacht, dass ich jemals ein YouTube-Video machen werde, aber dieses Thema war mir einfach zu wichtig, um es nicht zu tun."

Inspiriert von Rezo, "Die Zerstörung der CDU", schreibt YouTuber Konstantin Kladivko.

Das Video ist ein Klick-Hit im Netz. Schon jetzt wurde das "Die echte Zerstörung der ÖVP" fast 90.000 Mal angeklickt.

Thema des rund 35-minütigen ÖVP-Bashings: "Darum ist die ÖVP nicht wählbar!" Das Besondere am Beitrag des YouTubers: Kladivko arbeitet mit Quellen, Fakten und verifizierten Belegen für seine angriffigen Behauptungen gegenüber der Volkspartei.

Kladivko betont, kein Mitglied einer Partei zu sein und für das Video kein Geld erhalten oder sonstige Ressourcen einer Partei zur Verfügung gestellt bekommen zu haben.

Working Class Hero: Nieder mit ÖVP und FPÖ

Das zweite Video stammt von einem heimischen YouTuber namens "Working Class Hero". Sein Bashing geht nicht nur gegen die ÖVP, sondern gleich auch noch gegen die FPÖ, den ehemaligen und vielleicht zukünftigen Regierungspartner der ÖVP. Der junge Mann mit dem John-Lennon-Bild im Profil ist seit Sommer einfaches Mitglied der Grünen. Auf seiner Seite schreibt er sein Ziel in kurzen Worten nieder: "Die ÖVP regiert Österreich seit 32 Jahren. Warum sich das ändern muss, und warum ihr ÖVP&FPÖ am Sonntag nicht wählen solltet, seht ihr in diesem Video."

Der Kurz-Gegner ist in seinen Ansagen auch teils sehr konkret:

„Auf der einen Seite bekommt Kurz Geld von der Industrie. Auf der anderen Seite senkt schwarzblau die Steuern – für die Industrie. Auf der einen Seite spendet der KTM-Chef eine halbe Million und auf der anderen Seite bekommt der KTM 1,8 Millionen an Steuergeldern. Auf der einen Seite spenden die wohlhabenden Hoteliers – auf der anderen Seite bekommen auch die eine Steuersenkung.“

Der "Working Class Hero" überragt in seinem Beitrag sonst übliches Stammtisch-Niveau auf YouTube bei Weitem. Der YouTuber arbeitet mit umfassenden Quellen zu den genannten Fakten.

Sein Video wurde auch schon fast 50.000 Mal angeklickt.

Werden die beiden Politaktivisten - so wie Rezo in Deutschland - auch unsere Nationalratswahl massiv beeinflussen? Am Sonntag werden wir es im Rahmen der zahlreichen Wahlanalysen wissen.

Und hier noch das Original von Rezo

Rezo bekommt übrigens für sein politisches Engagement auf
Youtube bei der "Goldenen Kamera" den Sonderpreis der Jury verliehen.

(Red.)

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