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YouTube-Video schürt Überwachungsangst

Brisant: Im Gehäuse einer DVBT-Box findet ein Amerikaner eine versteckte Kamera und ein Mikrofon. Die Amerikaner fürchten staatliche Überwachung. |

Auf der Online-Plattform YouTube ist ein Video aufgetaucht, das einen US-Bürger beim Auspacken einer neuen digitalen TV-Konverterbox zeigt.

Die Amerikaner stellen am 12. Juni von terrestrischen Fernsehsignalen auf digitale Übertragung um. Jetzt zeigt ein Youtube Video wie ein Amerikaner das Gehäuse einer Digital-TV-Box öffnet und dabei
eine versteckte Kamera und ein Mikrofon entdeckt. “Ich konnte nicht glauben, was
ich zu sehen bekam”, schildert der Betroffene im angefügten Posting auf
dem Video-Portal. Er habe mit der Aktion eigentlich die
Verschwörungstheorie eines Freundes widerlegen wollen, wonach die
Regierung sich mit verschiedenen Unternehmen aus der Medien- und
IT-Branche zusammen getan haben soll, um die Konsumenten direkt in ihrem
Wohnzimmer ausspionieren zu können.

Obwohl sich über den tatsächlichen Wahrheitsgehalt des brisanten
YouTube-Videos sicherlich streiten lässt, hat sein Auftauchen die “Big
Brother”-Überwachungsängste der US-amerikanischen Bevölkerung wieder neu
entfacht. “So etwas sehe ich als äußerst problematisch an. Ein Video kann
sehr leicht nachgestellt werden”, bezweifelt Hans Zeger, Obmann der Arge
Daten, die Echtheit des Materials im Gespräch
mit pressetext. Der Datenschutzexperte habe bereits des Öfteren
beobachten müssen, wie fiktive Geschichten zur Überwachungsproblematik
konstruiert werden, die sich dann unglaublich schnell im gesamten Web
verbreiteten. “Ein paar Tage später folgt dann zumeist die Berichtigung,
dass das Gezeigte doch nicht den Tatsachen entspricht”, erklärt Zeger.
Für Betrachter sei es in der Regel unmöglich, den Wahrheitsgehalt solcher
“brisanten Funde” zu überprüfen. “Die Nutzer müssen sich im Klaren
darüber sein, dass die Meinungsfreiheit im Web auch so manchen Unsinn
hervorbringt. Der Einzelne ist zunehmend gefordert, wenn es darum geht,
Manipulationsversuche aufzudecken und kritisch zu hinterfragen”, meint
Zeger.

Schon während der Präsidentschaftsära von George W.Bush war in den USA eine große Diskussion um die angewandten Abhör- und Überwachungspraktiken der scheidenden Regierung ausgebrochen. Auslöser  hierfür war ein Interview eines ehemaligen Mitarbeiters des US-Geheimdienstes National Security Agency (NSA) mit dem
Nachrichtensender MSNBC, in dem der Ex-Geheimdienstler die schlimmsten
Befürchtungen der Datenschützer und Überwachungsgegner bestätigte. “Die
NSA hat Zugang zu der Kommunikation aller US-amerikanischen Bürger, egal,
ob sie hierfür ein Telefon, Fax oder ihren Computer verwenden. Es wird
alles überwacht”, schilderte der ehemalige NSA-Mitarbeiter das Prozedere
während der Bush-Administration.  

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