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Yo, tambien

Pablo Pineda im wohl authentischsten Film des Jahres: Der Film über einen jungen Mann mit Down-Syndrom, der sich in seine Kollegin verliebt, basiert lose auf Pinedas Leben. Ab 5. November im Kino.
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Er ist nicht nur der erste Europäer mit Down-Syndrom mit einem Universitätstitel, sondern auch mit einer Nominierung für den bedeutendsten spanischen Filmpreis, den Goya Award. Gewonnen hat der 35-jährige Pablo Pineda ihn zwar nicht, dafür wurde er für seine Rolle als Daniel in “Yo tambien – Me too” beim Filmfestival von San Sebastian 2009 mit der Silbernen Muschel als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet. Ab 5. November ist der liebenswerte und dabei kitschfreie Streifen, der lose auf Pinedas Leben basiert und ihn in der Hauptrolle zeigt, in den österreichischen Kinos zu sehen.

“Keine Frau mit 46 Chromosomen wird dich wollen. Such dir eine, die so ist wie du.” Harte Worte, die sich Daniel von seinem Bruder anhören muss. Der 34-jährige Spanier hat das Down-Syndrom und gilt dank seines Universitätstitels in seiner neuen Arbeitsstätte, dem Amt für Gleichstellung in Sevilla, als “Phänomen”. Doch alles, was er will, ist Laura (Lola Duenas), seine Arbeitskollegin – und dass die ihn lieben kann, das traut man Daniel nicht zu. Eben diese Skepsis von außen ist es, die Daniel für Laura, gebrandmarkt durch eine von Missbrauch geprägte Kindheit, interessant macht. Sie schließt ihn langsam ins Herz, findet in ihm einen Freund, der bedingungslos zu ihr hält.

Daniels Umfeld reagiert mit Lästereien und Skepsis auf die innige Freundschaft; auch Daniels Mutter, die ihn stets gefördert hat, echauffiert sich über die “schlampige, verrückte Frau” und versteht nicht, warum sich “ein halbwegs normales Mädchen für Daniel interessiert”. Ihr Mann bringt es auf den Punkt: “Wolltest du nicht, dass Daniel normal ist? Siehst du, er ist normal. Und normale Menschen ficken.” Doch genau diesen Schritt, jenen in Richtung körperlicher Zuneigung, geht Laura nicht: Kaum kommen die beiden einander näher, weicht sie zurück; hinterlässt einen zutiefst verletzten Daniel, der nur eines will: normal behandelt zu werden. “Wozu all die Mühe”, fragt er verzweifelt seine Mutter, “wenn ich nie glücklich sein kann.”

Kluge Dialoge, viel Witz und die richtige Portion Rührung machen “Yo tambien – Me too” zu einem offenen, authentischen Film, der auf übertriebenen Kitsch und Happy End verzichtet. In einer Meisterleistung schafft es das spanische Regieduo, Antonio Naharro und Alvaro Pastor, aus einem ernsten Thema einen entzückenden, leichten Film zu machen, nicht zuletzt wegen der außergewöhnlichen Darsteller. Neben einem großartigen Pineda und einer verführerischen und zugleich zerbrechlichen Duenas sind es die zahlreichen Nebenrollen, die den Film zu etwas Besonderem machen.

So sind junge Menschen von “Danza Mobile”, einer Tanzgruppe für Personen mit Beeinträchtigung, involviert, ihr ausdrucksstarker Tanz dient mehrmals als Sequenzüberleitung im Film. Als sich zwei von ihnen verlieben und gemeinsam weglaufen, entwickelt sich eine Geschichte neben der Haupthandlung, die die Intention des Films weiter herausstreicht. “Man muss nicht auf der Universität gewesen sein, um Bedürfnisse zu haben”, richtet Daniel im Film den Appell an Eltern und Lehrer, “sie wollen genauso Nähe, Zuneigung, etwas!” Für Pineda, eine Repräsentationsfigur des Down-Syndroms in der Öffentlichkeit, ist der Film ein weiterer Schritt, “um das Bewusstsein für Menschen mit Down-Syndrom in die Gesellschaft zu integrieren”, wie er im APA-Interview erzählte, “und ihnen zu zeigen, dass man das Ganze auch aus einem anderen Blickwinkel sehen kann”.

www.yotambienlapelicula.com

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