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Wut-Brief zum Online-Unterricht: So denken Lehrer- und Elternvertreter

VOL.AT sprach mit Lehrervertreter Witzemann und Elternvertreter Tagger über den offenen Brief.
VOL.AT sprach mit Lehrervertreter Witzemann und Elternvertreter Tagger über den offenen Brief. ©VOL.AT/Mayer, Symbolbild: Pixabay
Ein offener Brief einer Elterninitiative an das Bildungsministerium zum Thema Distance Learning sorgt für Diskussion. VOL.AT hat sich bei Vorarlberger Eltern- und Lehrervertretern umgehört.
Wut-Brief zu Distance Learning

Während zahlreiche Wissenschaftler aufgrund steigender Corona-Zahlen eine Schließung der Schulen fordern, warnen Landeshauptleute und Elternvertreter vor den Folgen eines "Bildungslockdowns".

Ein möglicher flächendeckender Online-Unterricht ist für viele Eltern unvorstellbar. Die "Initiative Eltern" hat einen offenen Brief an das Bildungsministerium geschrieben. Sie will verhindern, dass es zu einer Schließung der Schulen kommt und spricht sich gegen Distance Learning aus. Eltern würden nur mehr als Befehlsempfänger gesehen und müssten die Hauptlast des Lehrens übernehmen. Es werde gegen Datenschutzregeln verstoßen, zudem finde ein Eingriff in das Privatleben statt. Durch den Online-Unterricht dürfe es keine Verschlechterung für Schüler geben, weder schlechtere Noten noch eine gefährdete Versetzung. Die Art und der Umfang der Teilnahme könne nicht verpflichtend sein. Da es derzeit keine faire Vorbereitung auf Tests und Schularbeiten gebe, solle man bis auf Weiteres auf diese verzichten, lauten die Forderungen.

Das sagt der Lehrervertreter

Es gebe mehrere solche Schreiben, sowohl an das Ministerium, als auch an die Vorarlberger Bildungsdirektion und an einzelne Schulen, meint Pflichtschul-Lehrervertreter Willi Witzemann. "Das ist irgendwie verständlich: Diese Unsicherheit, die Eltern zum Teil haben", erklärt er. Die Meinungen der Lehrer, ob das Distance Learning oder der Anwesenheitsunterricht zu bevorzugen seien, seien sehr unterschiedlich. Hier seien daher die Fachleute gefragt: Ärzte, Schulleitungen, Bildungsdirektion und Ministerium müssten die Entscheidung über mögliche Schulschließungen fällen.

Durchaus verbesserungsfähig

Die in dem Brief geäußerte Kritik am Home Schooling könne er sehr gut verstehen, so Witzemann gegenüber VOL.AT. Er kenne aber auch die Zahlen der infizierten Schüler. Hier seien die über 14-Jährigen massiv betroffen gewesen. Was Schularbeiten und Test während des Distance Learnings angehe, gebe es klare Richtlinie - auch von der Bildungsdirektion. Schularbeiten, die bereits geplant gewesen seien, seien durchzuführen, für alle anderen gebe es die dringende Empfehlung, sie zu verschieben. Die anderen genannten Punkte könne man so oder so sehen. Wie viel Bildschirmzeit einem Schüler zumutbar sei, das könne jede Familie und jede Schule für sich entscheiden, meint Witzemann. Das Distance Learning sei eine massive psychische und soziale Belastung für Schüler. In Vorarlberg gebe es eine intensive Kommunikation von Schulen und Bildungsdirektion, sowie immer wieder Verbesserungsvorschläge, die man auch schulautonom umsetzen könne.

Das sagt der Elternvertreter

"Man kann es in gewisser Weise verstehen, was diese Eltern schreiben", meint Michael Tagger vom Vorarlberger Landeselternverband. "Allerdings ist es natürlich sehr scharf formuliert." Dass bei Eltern Unsicherheit und auch Resignation herrsche, sei aufgrund der Situation verständlich. Die Eltern seien im ersten Lockdown extrem gefordert gewesen mit der Betreuung ihrer Kinder, dem Home Schooling und dem parallelen Arbeiten. "Das wollen wir nicht mehr und das können wir nicht mehr leisten", so Tagger. Wenn man Verantwortung für ein Kind habe, dann müsse man auch klarstellen oder Sorge tragen, dass es auch betreut werden kann. Für Berufstätige sei dies schwierig. Die Verpflichtung, zu Hause zu bleiben, wäre insofern fragwürdig, es müsse Betreuungsangebote wie bereits in der ersten Phase geben.

Miteinander wichtig

Was technische Ausrüstung und Kommunikationsmethoden angehe, stelle sich die Frage, warum die Zeit über den Sommer nicht genutzt worden sei, um funktionierende und einheitliche Systeme aufzubauen. Hier gehe es um die technische Ausstattung der Familien und Schulen. Teils gebe es nicht genügend technische Geräte in einem Haushalt. In der aktuellen Situation seien der Zusammenhalt und das Miteinander wichtig. "Wir sehen uns Eltern als einen Teil, zweiter Teil sind die Schulen, der dritte Teil sind die Kinder", verdeutlicht Tagger. Wenn alle drei Teile zusammenarbeiten, sich ergänzen und Druck abbauen, dann könnte laut dem Elternvertreter vieles viel besser gehen. Man müsse auch an die körperliche und psychische Gesundheit der Kinder denken.

"Der Landeselternverband distanziert sich auch von der Aussage, dass die Elternvereine im Tiefschlaf seien", meint Tagger. Der Landeselternverband sei extrem aktiv. Es gebe auch einen direkten Draht zur Bildungslandesrätin und zur Bildungsdirektion sowie einen Austausch mit den anderen Elternvereinen in Österreich.

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(Red.)

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