AA

Würth "verlieh Grass Flügel"

Seit dem Einstieg von Würth weist die Performance des Beschlägeherstellers steil nach oben.

Als kluger Schachzug für beide Seiten erweist sich nach nicht einmal vier Jahren die Übernahme des damals konkursreifen Beschlägeherstellers Grass durch die deutsche Würth-Gruppe. Während Würth damit verhinderte, in seiner Geschäftsdivision Holz von wenigen dominanten Beschläge-Lieferanten abhängig zu werden, geht es mit der inzwischen neu formierten Grass-Gruppe seit Karfreitag 2004 stetig und zügig bergauf.

„Wir hatten damals keinen Cent mehr. Noch im April 2004 pumpte Würth 20 Mill. Euro ins Unternehmen, nur damit wir Lieferanten und Mitarbeiter zahlen konnten. Unser Ergebnis war tiefrot – 2006 gab es erstmals wieder schwarze Zahlen, 2007 glückte uns eine Verdoppelung beim EGT und eine Vervielfachung bei Betriebsergebnis und Cash-flow. 2004 rangierte Grass unter den Top-10 der globalen Branche, heute sind wir als neue Grass-Gruppe Nummer 3“ (nach Blum und Hettich, Anm. d. Red.). Diesen „Erfolgsnachweis“ unterbreiteten der Vorstand Finanzen/Administration der neuen Grass-Gruppe, Dkfm. Christoph Walter, und sein für Marketing zuständiger Vorstandskollege Dkfm. Mark Hamori.

Prof. Dr. h. c. mult. Reinhold Würth, der heute ein von ihm aufgebautes (und akquiriertes) Imperium von 388 Firmen dirigiert, stieg freilich nicht aus Mitleid bei Grass ein, sondern „weil er die Marke Grass als derart stark identifizierte, dass es Arbeit einer ganzen Generation bedeutet hätte, selbst eine ebenbürtig starke Marke aufzubauen“ (Walter). Die hoch profitable Würth-Mutter hat seither in Höchst über 40 und bei Grass USA 10 Mill. Euro investiert, und in nur zwei Jahren sollen weitere 100 Mill. Euro in die neue Beschlägegruppe (inclusive der jüngsten Akquisition Hetal) fließen. Damit wurden und werden nicht nur neue Kapazitäten geschaffen (Stichwort: Hallenneubau). Die Schubladenführungssysteme „Nova Pro“ wurden zur Marktreife geführt (mit integrierter Dämpfung für sanftes Schließen), Beschläge für die „grifflose Küche“ wurden entwickelt (vor allem das Topprodukt „Sensotronic“ – die erste elektronisch gesteuerte und damit komfortabelste Schublade weltweit), zusätzlich gab’s neue Entwicklungen bei Systemgeschäften (Beispiel: Mülleimer).

Es bedarf aber nicht nur enormen Kapitals, um in der Beschläge-„Champions League“ spielen zu können. Das Grass-Weiterbildungsbudget hat sich seit 2004 versiebenfacht, die Aktivitäten der Lehrwerkstätte legten spürbar zu. „Und unsere Produktivität konnte seit dem Einstieg von Würth um 10 Prozent erhöht werden“, nannte Hamori ein weiteres Indiz für den Kurswechsel. Grass hat schließlich dank neuer und für die neuen Produkte zusätzliche Märkte erschlossen (Südeuropa, Mittlerer Osten, Asien), die den Verantwortlichen durchaus Freude bereiten. Und von den Top14-Küchenbauern ist Grass bei acht nachhaltig etabliert.

Effekte des Würth-Einstiegs

2004 schrieb Grass Höchst 90, Grass Verl und Kernersville 40 Mill. Euro Umsatz. Heute beträgt der Gruppenumsatz 155 Mill. Euro, Tendenz stark steigend.

Im April 2004 gab es in Höchst 540 Grass-Beschäftigte, heute sind es 610, davon 40 Lehrlinge. In fünf Jahren halten Walter und Hamori 700 bis 750 Mitarbeiter für realistisch.

Der Mutter-Konzern Würth vereinigt unter dem Holding-Dach 388 Firmen, die 2007 mit 63.000 Mitarbeitern 8,5 Mrd. Euro Umsatz schreiben werden. Das Betriebsergebnis der Würth-Gruppe liegt über 500 Mill. Euro.

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Vorarlberg
  • Höchst
  • Würth "verlieh Grass Flügel"
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen