Wrestling mit Busen und Hirn

Vor den Frauen des Harder "Anarttheaters" gehen die stärksten Typen in die Knie.

Dass die Härte des Showgeschäfts in etwa mit der Dummheit jenes Publikums einhergeht, das für Balgereien im Schlamm und Trippeleien auf Stöckelschuhen bereitwillig Bares springen lässt, ist bekannt. Wohlgemerkt, wir sprechen von jenen Zuschauern, die die Summe je nach Grad der aufgeplusterten Lippen und Brüste bereitwillig erhöhen und somit von jener Art von Entertainment, das mehr auf Busen und weniger auf Hirn setzt, aber immer stärker nach Europa herüberschwappt.

Keine Klischeesuppe

Das große Geld wird dabei nicht dort verdient, wo das Stück “The Big Show” von Jane Martin angesiedelt ist, nämlich in der Garderobe eines Damen-Wrestling-Veranstalters irgendwo in der amerikanischen Provinz. Während man nicht nur die banalen Begierden der Gaffer, sondern auch jene des Managers befriedigt, wird allerdings vom großen Verdienst geträumt. Damit das sattsam bekannte Gebräu aus Träumen, Alkohol, Drogen und Sex nicht auch noch zur dicken Klischeesuppe verkommt, hat Profi-Regisseurin Dagmar Ullmann-Bautz die Talente ihrer Amateure behutsam wachgekitzelt. Hier wird auf feine Ironie gesetzt, wo es nur geht und hier wird niemand bloßgestellt. Dass das Tempo gelegentlich etwas verloren geht, spielt keine Rolle. Das Publikum im Harder Seezentrum genoss die Auftritte von Ulli Filler, Angela Bereuter-Gangl, Elke Gander, Maria Keckeisen, Sarah Rössler, Janet Scherngell, Verena Steurer und Kerstin Waibel. Wenn kluger Witz dabei ist, macht Wrestling eher Spaß und so gesehen, müssen es die Herren am Podium (Gilbert Hämmerle und Valentin Sottopietra) eben hinnehmen, dass sie vor den Frauen des „Anarttheaters” nur in die Knie gehen konnten.

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