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Wrabetz vor dem Fall

©APA
ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz verliert immer mehr Unterstützung. Seine Ablöse an der Spitze des ORF rückt näher.
Das ORF-Direktorium

„Der ORF ist in einer sehr schwierigen Situation“, stellt der Vertreter des Landes Vorarlberg im Stiftungsrat, Edelbert Meusburger, klar: Zuerst die Abwahl von Elmar Oberhauser als Info-Chef; dann das Ableben von Technik-Direktor Peter Moosmann; und schließlich die Abhöraffäre – Kommunikationschef Pius Strobl hatte Gespräche von Direktoren und Journalisten am Rande der letztwöchigen Stiftungsratssitzung aufnehmen lassen.
Die Folge: Die Tage von Alexander Wrabetz als Generaldirektor des öffentlich-rechtlichen Senders sind gezählt; er muss jederzeit mit seiner Ablöse rechnen.
„Die Tendenz im Stiftungsrat ist klar“, erklärt Meusburger im Gespräch mit den VN: „Es muss schnell etwas geschehen, Wrabetz hat die Dinge nicht mehr im Griff.“
Die Abhöraffäre brachte das Fass zum Überlaufen: Die Tonaufzeichnungen waren auf Anweisung von Pius Strobl erstellt worden. Stobl ist jener Mann, der noch als grüner Stiftungsrat vor vier Jahren maßgeblich an der rot-blau-grünen Allianz für die Bestellung von Wrabetz zum ORF-Generaldirektor gebastelt hatte. Wenig später wurde er von Wrabetz zum Kommunikationschef bestellt. „Wrabetz ist für Strobl verantwortlich“, analysiert Meusburger, „das ist sein Mann.“
Gestern wurde prompt bekannt, dass die Direktoren der Landesstudios gemeinsam die Abhöraktion von Pius Strobl kritisiert haben; und zwar in einem Mail an Wrabetz. Grund: Strobl sagte in einer ersten Rechtfertigung, die Aufzeichnungen seien erfolgt, um den Kollegen in den Landesstudios ein Stimmungsbild vermitteln zu können. Wolfgang Burtscher und Co. sind darüber empört.
Wie sehr der ORF-Generaldirektor schon angezählt ist, zeigt indes ein VN-Gespräch mit dem Grünen-Stiftungsrat Wilfried Embacher. Embacher hatte vergangene Woche noch den Wrabetz-Antrag auf die Oberhauser-Ablöse befürwortet und damit 18 von 35 Stimmen dafür ermöglicht. Auf die Frage, ob er Wrabetz noch unterstütze, sagte er gestern wörtlich: „Diese Frage werde ich nicht beantworten.“ Zu viel sei im Fluss. Konkret: Im Stiftungsrat werde an einem Appell an den Gesetzgeber gearbeitet, eine vorzeitige Neuwahl der ORF-Spitze zu ermöglichen. Meusburger bestätigt dies.
Hintergrund: Selbst wenn der Stiftungsrat heute neue ORF-Direktoren wählen würde; sie könnten ihr Amt erst am 1. Jänner 2012 antreten. Bis dahin sind Wrabetz und seine verbliebenen Mitstreiter kraft Gesetz einzementiert. Ohne Änderung geht also gar nichts.

Auch die Grünen haben sich auf Distanz begeben

Wien. Als rot-blau-grüner Kandidat war Alexander Wrabetz vor vier Jahren zum ORF-Generaldirektor gewählt. Bei der Ablöse von Elmar Oberhauser hatte er zuletzt nur noch eine rot-grüne Allianz hinter sich. Doch auch diese bröckelt nun.
In der Grünen-Parteiorganisation will man dem grünen Stiftungsrat nicht dreinreden; man nehme die Entparteipolitisierung ernst, betonen Mediensprecher Dieter Brosz und Nationalrat Harald Walser im VN-Gespräch. Als politischer Beobachter hat Walser seine Probleme mit den Entwicklungen im ORF. Ob Wrabetz noch geeignet sei, das Unternehmen zu führen? Das sei fraglich. Wobei Walser nicht so sehr die Oberhauser-Ablöse stört, sondern vielmehr die Boulevardisierung des TV-Programms. Brosz geht noch weiter; am besten wäre es seines Erachtens, die derzeitige Führung würde von sich aus den Weg frei für Neuwahlen machen.

„Internes Mail“

Die ORF-Landesdirektoren kritisieren in einem Mail an Generaldirektor Alexander Wrabetz die Abhöraktion von Kommunikationschef Pius Strobl. Wolfgang Burtscher, Vorarlberg, sieht einen Beitrag für die „interne Diskussion“.

Gemeinsam mit Ihren Kollegen haben Sie Pius Strobl kritisiert.

Burtscher. Ich möchte nicht, dass die ORF-interne Diskussion so wie zuletzt in aller Öffentlichkeit ausgetragen wird und das daher nicht weiter kommentieren. Die APA zitierte das Mail, das für die interne Diskussion bestimmt ist, korrekt.

Im Mail ist von einer „ständigen Vernachlässigung der Landesstudios“ die Rede.

Burtscher. Die Öffentlichkeitsarbeit (deren Chef Strobl ist; Anm.) hat meist nur zentrale Belange berücksichtigt.

Soll Strobl abgelöst werden?

Burtscher. Das ist eine Sache des Generaldirektors.

Soll die ORF-Spitze neu gewählt werden?

Burtscher. Da ist der Gesetzgeber am Zug.

Was wünschen Sie sich?

Burtscher. Dazu äußere ich mich ORF-intern.

Stehen Sie noch zu Wrabetz?

Burtscher. Ich bin immer loyal zu meinen Vorgesetzten gewesen.

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