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Wortlaut der Vatikan-Erklärung

Kardinal-Staatssekretär Tarcisio Bertone hat in einer vom vatikanischen Presseamt verbreiteten Erklärung zur Kritik an Äußerungen des Papstes zum Islam bei seiner Rede Stellung genommen.

„Kathpress“ dokumentiert die Erklärung im Wortlaut:

„Angesichts der Reaktionen von muslimischer Seite auf einige Passagen der Rede von Papst Benedikt XVI. an der Universität von Regensburg, möchte ich den Klärungen und Präzisierungen des Direktors des Presseamtes des Heiligen Stuhles, P. Federico Lombardi SJ, noch Folgendes hinzufügen:

– Die Haltung des Papstes zum Islam ist unmissverständlich diejenige, sich sich im Konzilsdokument „Nostrae Aetate“ findet: „Mit Hochachtung betrachtet die Kirche auch die Muslime, die den alleinigen Gott anbeten, den lebendigen und in sich seienden, barmherzigen und allmächtigen, den Schöpfer Himmels und der Erde, der zu den Menschen gesprochen hat. Sie mühen sich, auch seinen verborgenen Ratschlüssen sich mit ganzer Seele zu unterwerfen, so wie Abraham sich Gott unterworfen hat, auf den der islamische Glaube sich gerne beruft. Jesus, den sie allerdings nicht als Gott anerkennen, verehren sie doch als Propheten, und sie ehren seine jungfräuliche Mutter Maria, die sie bisweilen auch in Frömmigkeit anrufen. Überdies erwarten sie den Tag des Gerichtes, an dem Gott alle Menschen auferweckt und ihnen vergilt. Deshalb legen sie Wert auf sittliche Lebenshaltung und verehren Gott besonders durch Gebet, Almosen und Fasten“.

– Die Option des Papstes zu Gunsten des interreligiösen und interkulturellen Dialogs ist ebenfalls unmissverständlich. Bei dem Treffen mit Vertretern einiger muslimischen Gemeinschaften in Köln sagte er am 20. August 2005, dass dieser Dialog zwischen Christen und Muslimen „nicht auf eine Zeitgeistentscheidung reduziert werden“ darf. Und er fügte hinzu: „Die Lehren der Vergangenheiten müssen uns davor bewahren, die gleichen Fehler zu wiederholen. Wir wollen Wege der Versöhnung suchen und lernen, so zu leben, dass jeder die Identität des anderen respektiert“.

– Was das Urteil des byzantinischen Kaisers Manuel II. Palaeologos betrifft, das er in der Rede von Regensburg wiedergab, hat der Papst nicht beabsichtigt und beabsichtigt keinesfalls, es sich zu eigen zu machen. Er hat die Worte nur als Anlass benutzt, um – in einem akademischen Kontext und wie es sich aus einer vollständigen und aufmerksamen Lektüre des Textes ergibt – einige Reflexionen zum Thema der Beziehung zwischen Religion und Gewalt im Allgemeinen zu entwickeln. Und er folgerte daraus eine klare und radikale Zurückweisung der religiösen Motivation von Gewalt, von welcher Seite sie auch immer kommen mag.

Es lohnt sich, sich in Erinnerung zu rufen, was Benedikt XVI. selbst jüngst in seiner Gedenkbotschaft zum 20. Jahrestag des interreligiösen Friedenstreffens bestätigte, zu dem sein Vorgänger Johannes Paul II. im Oktober 1986 nach Assisi eingeladen hatte: “ …. Die Manifestationen der Gewalt darf man nicht den Religionen als solchen anlasten, sondern den kulturellen Grenzen, in denen sie im Laufe der Zeit gelebt und entwickelt wurde. … Tatsächlich finden sich Zeugnisse einer inneren Verbindung zwischen Gottesbeziehung und einer Ethik der Liebe in allen großen religiösen Traditionen“.

– Der Heilige Vater bedauert daher zutiefst, dass einige Passagen seiner Rede als Beleidigung des Empfindens gläubiger Muslime klingen konnten, und dass sie in einer Weise interpretiert wurden, die keinesfalls seinen Intentionen entspricht. Andererseits hat er, angesichts der tiefen Religiosität gläubiger Muslime, die westliche säkularisierte Kultur vor einer „Verachtung Gottes und einem Zynismus“ gewarnt, der die Verspottung des Heiligen als Freiheitsrecht ansieht“.

– Indem er seinen Respekt und seine Hochachtung gegenüber denen unterstreicht, die sich zum Islam bekennen, wünscht sich der Papst, dass man ihnen helfe, seine Worten in ihrem richtigen Sinn zu verstehen. Auf diese Weise könne der schwierige Moment überwunden werden, damit das Zeugnis für den „einzigen Gott, den lebendigen und in sich seienden, den Schöpfer Himmels und der Erde, der zu den Menschen gesprochen hat“ gestärkt wird, und damit auch die Zusammenarbeit „für Schutz und Förderung der sozialen Gerechtigkeit, der sittlichen Güter und nicht zuletzt des Friedens und der Freiheit für alle Menschen“ wächst.“

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