AA

Wonder Woman haut Bugs Bunny: „MultiVersus“ im Game-Test

Kampfansage an Nintendos „Smash Bros.“: Bunte Gratis-Fights mit Warner-Kult-Charakteren.

(PC, PS4, PS5, XB1 & XBSX) Lieber gut kopiert als schlecht erfunden, dachte sich Publisher Warner Bros. und kocht sein eigenes Süppchen nach dem „Smash Bros.“-Brawler-Rezept. Heißt: Er schickt unterschiedliche Charaktere aus dem eigenen Franchise-Katalog in den Ring, um in Multiplayer-Matches mit-/gegeneinander anzutreten.

Nintendo hat das Gameplay seit dem ersten Release von „Super Smash Bros. 1999 perfektioniert, das macht es Nachahmern schwer. Unlängst scheiterte Nickelodeon kläglich mit seinen „All-Stars“ beim Kopier-Versuch. „Brawlhalla“ von Ubisoft läuft dafür recht erfolgreich seit fünf Jahren. LEGO veröffentlicht im September „LEGO Brawls“.

Free-2-Play

Warner Bros. neuer Free-2-Play-Titel „MultiVersus“ setzt nun auf eine prominente Kämpferschar, griffiges Gameplay und Fokus auf 2-gegen-2-Teamwork. Für ungeübte Augen wirken die Fights, als ob man Knallfrosche in die Spielzeugkiste geworfen hätte: In einem farbenfrohen Feuerwerk kloppt Batman auf Bugs Bunny ein und Arya Stark von „Game of Thrones“ piekst Tom & Jerry. Dahinter steckt jedoch überraschend viel Gameplay-Finesse und Strategie. Ziel ist es, die Kontrahent:innen aus der Karte zuschleudern. Je mehr eine Figur im Fight-Verlauf eingesteckt hat, desto weiter fliegt sie beim nächsten Treffer bzw. desto wahrscheinlicher wird sie rausgeschleudert.

Alle Figuren steuern sich in Grundzügen gleich, damit man schnell ins Spiel findet: Springen, Angreifen, Spezial-Move und Ausweichen. Je nach Richtung, Ausführung (z.B. in der Luft, Aufgeladen, etc.) und Timing verändert sich die Bewegung. Somit gibt’s für Perfektionisten viel Raum für Feintuning.

17 Charaktere

17 Charaktere (4 davon sofort spielbar) kann „MultiVersus“ zum Start vorweisen – von bekannten Held:innen über potente Underdogs bis hin zu absoluten Newcomern: Iron Giant, Taz, Velma, Arya Stark, Batman, Superman, Harley Quinn, Wonder Woman, Bugs Bunny, Finn, Jake, Steven Universe, Garnet, Renhund, Shaggy, Tom & Jerry und Lebron James. Rick und Morty sollen in naher Zukunft dazu kommen. Die Charaktere sind in fünf Klassen eingeteilt, Tanks, Schläger, Assassinen, Magier und Unterstützung. Je nach Paarung ändert sich der optimale Spielstil. Der Renhund beispielsweise hat eine Liebesleine, mit der er Partner:innen an sich bindet und ihnen dadurch einen aggressiveren Luftkampf am Plattformrand ermöglicht. Dazu erhalten die Figuren jeweils eigene freischaltbare Vorteile. Supermans Kryptonierhaut z.B. reduziert den Schaden.

Wahlweise kann 1 gegen 1, 2 gegen 2 oder 4 jeder gegen jeden gespielt werden. Den Fokus legt „MultiVersus“ aber klar auf das gemischte Doppel, also 2 gegen 2 – gerade auch durch die vielfältige Paardynamik. Der Mangel an (spannenden) Maps schmerzt etwas, wird aber wohl in Zukunft durch neuen DLC ausgemerzt werden. Das Free-2-Play-Modell an sich ist bislang recht gut gelungen: Figuren und Upgrades lassen sich kostenlos „Erspielen“. Lediglich für Kosmetik wie Skins, Banner oder Extra-Animationen legt man Echtgeld hin. Leider sind diese sonst nicht freischaltbar.

Fazit

„MultiVersus“ macht soweit alles richtig. Die Figuren sind einzigartig und gut ausbalanciert, also weder zu stark noch zu schwach. Die Monetarisierung stört nicht dramatisch und die Steuerung im Kampf funktioniert bestens. Darüber hinaus gibt’s mit dem Fokus auf 2-gegen-2 samt Teamplay-Optionen spielerisch ein wertvolles Alleinstellungsmerkmal. Aktuell sind die inhaltlichen Optionen noch begrenzt. Das fällt gerade bei der Handvoll recht generischer Maps ins Gewicht. Für künftigen Content von „MultiVersus“ ist aber einiges drin, wenn man die Franchises von Warner Bros. betrachtet, zu denen u.a. „Harry Potter“, „Herr der Ringe“ und „Matrix“ zählen.

(VOL.AT)

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Spiele
  • Wonder Woman haut Bugs Bunny: „MultiVersus“ im Game-Test