AA

Wo schon Toni und Liss lernten

Letzter Absprung auf der Wälderschanze 2003 bei Flutlicht.
Letzter Absprung auf der Wälderschanze 2003 bei Flutlicht. ©Berchtold
Andelsbuch - Auf dem Gelände der alten Wälderschanze in Andelsbuch soll eine neue Schanzenanlage entstehen.

Nach dem Aus in Bezau wird Andelsbuch der neue – und damit auch alte – Standort der Schanzenanlage im Bregenzerwald. Auf dem Gelände der Wälderschanze holte sich der Skiclub Bregenzerwald das Einverständnis der Grundeigentümer und Anrainer, um die im Nordic-Konzept des Landes Vorarlberg vorgesehenen Nachwuchsschanzen zu realisieren. „Die Verhandlungen sind soweit gediehen, dass wir das Projekt demnächst der Gemeindevertretung vorstellen können“, sagt Josef Erath, Präsident des Skiklubs Bregenzerwald.

Geplant sind drei Bakken in der Größenordnung von 18, 33 und 55 Metern Hillsize, die etwas links von der alten Wälderschanze situiert sein werden. „Damit könnte man auch einen Bewerb des Austria-Cups für den Nachwuchs durchführen“, sieht Erath den Bregenzerwald auch als Austragungsort für nationale Wettkämpfe.

Landesmittel sind gedeckelt

Der Landesrechnungshof empfahl in seinem Prüfbericht zum Nordic Konzept nur zwei Schanzen, bewertet die Anlage im Bregenzerwald im Hinblick auf die Auslastung für das Projekt in Tschagguns allerdings als „zwingend“. Erath: „Wir möchten auf jeden Fall auch eine Schanze in der 55er-Dimension.“ Das Land Vorarlberg stellt dem mit knapp zwei Millionen Euro veranschlagten Konzept als – gedeckelten – Betrag 1,19 Mill. zur Verfügung, die Region soll 430.000 beisteuern, rund 300.000 Euro kommen aus dem Sponsoring.

Im Bregenzerwald wird eine weitere halbe Million Euro (130.000 aus Landesförderung) in die Infrastruktur des Langlaufzentrums in Sulzberg investiert – dort sollen dann auch die Biathlonbewerbe der Europäischen Jugendwinterspiele (EYOF), die Vorarlberg und Liechtenstein 2015 gemeinsam veranstalten, über die Bühne gehen.

Traditionen leben auf

Mit den Schanzen in Andelsbuch sollen alte Traditionen wieder aufleben. 1928 fand auf der Wälderschanze das erste Springen statt, es folgten fast jährlich Sprung-Veranstaltungen. 1947 wurde der neue Bakken eröffnet, Bubi Bradl führte Österreichs Olympiateam an. Den Schanzenrekord sprang der spätere Vorarlberger Skiverbandspräsident Arno Giesinger mit 67 Meter, der zwanzig Jahre lang bis in die 70er-Jahre hielt. Toni Innauer und Alois Lipburger absolvierten auf der Anlage ihre ersten Sprünge. 8000 Fans sahen im Jahr 2000 die ÖSV-Meisterschaften, Hans Millonig sprang mit 77,5 m neuen Rekord. 1990 wurde die Schanze auf 85 m Hillsize erweitert, die letzte Veranstaltung wurde 2003 durchgeführt. Bei einem Springen unter Flutlicht landete David Zauner bei 96,5 m. Nicht viel blieb vom Kampfrichterturm übrig – er brannte in den letzten Jahren gleich zweimal ab.

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Vorarlberg Sport
  • Andelsbuch
  • Wo schon Toni und Liss lernten
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen