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Wo einst ein Spielplatz war

Lustenau (VN) - Die 76-jährige Lustenauerin Gerda Petras kämpft für eine Verkehrsentlastung auf der L 203.

Diese Frau ist auf Zack. Und sie weiß, gemeinsam mit ihrem Gatten Hans, was sie will. „Schad, dass gerade jetzt keine Schwerfahrzeuge vorbeidonnern. Dann wüsstet ihr noch besser, wovon ich rede“, sagt Gerda Petras. Das Paar wohnt direkt an der L 203 in Lustenau. Schon seit mehreren Jahren alleine. Die zwei Söhne sind schon längst ausgeflogen, haben außerhalb von Lustenau ihren Lebensmittelpunkt.

„Wir kämpfen für eine Entlastungsstraße. Es muss möglich sein, hier wieder normal zu leben. Der Mensch muss doch genauso geschützt werden wie die Tiere im Ried.“ Das Ried liefert der resoluten Dame auch gleich ein Stichwort. Gerda Petras ist Anhängerin der sogenannten „Riedspange“, dem Modell einer unterirdischen Straße durch das Ried als Verbindung von der österreichischen zur Schweizer Autobahn“.

 

Die Rossfuhrwerke

Das Haus Reichsstraße 40 ist für Gerda Petras nicht nur Teil ihrer persönlichen Geschichte, sondern ihre gesamte persönliche Geschichte. „Wissen Sie, ich wurde hier geboren“, sagt die Mutter, Großmutter und Urgroßmutter. Lebhaft erzählt sie über das Leben an dieser Straße. „Ich kenne noch die Zeiten, als hier Rossfuhrwerke auf Weg waren. Der Milchmann zum Beispiel kam mit einem Rosswagen. Ich weiß noch, wie sich die Nachbarn um die auf der Straße liegenden Pferdeäpfel gestritten haben. Diese konnte man als Düngesubstanz im Garten gut gebrauchen“, erinnert sich die 76-Jährige.

 

Die Veränderung

Als Kind spielte sie auf der Straße. „Wir waren mit Rodeln im Winter und mit Trittrollern in der warmen Jahreszeit unterwegs. Autos waren eher eine Seltenheit.“ Genau weiß Gerda Petras auch noch, wie sie Autos sogar als so etwas wie eine Sensation erlebte. „Vor allem die langen Schlitten, mit denen die Schweizer kamen.“ Doch schon in den Sechzigerjahren veränderte sich die Situation. Gerda und Hans Petras Söhne konnten damals schon nicht mehr einfach zum Spielen auf die Straße gehen. Trotzdem: Wäre es nicht schlimmer geworden als damals, wären aus dem Ehepaar Petras wohl keine Aktivisten für Verkehrsentlastung geworden.

 

Alles archiviert

Bewundernswert ist, wie die 76-jährige Gerda und der bald 80-jährige Hans ihren Kampf für eine Verkehrsentlastung führen. Sie führen ihn mit modernster Technologie. Brandneuer Apple-Computer, i-Phone, digitale Filme, vielseitiges Archiv zwecks Beweisführung. „Wir sind nicht in der Vergangenheit geblieben. Wir glauben auch an wirtschaftliche Entwicklungen und begrüßen die zahlreichen Betriebe im Rheintal, die Arbeitsplätze bringen.

Aber eben auch Verkehr“, sagt Gerda. Seine Erfahrungen hat das umtriebige Ehepaar nicht nur in Lustenau gemacht. Seit Hans Pensionierung haben Gerda und er viele Weltreisen gemacht. „Und da haben wir auch gesehen, was mit moderner Technologie alles möglich ist.“ Immer wieder betont Gerda Petras auch eines: „Wir tun das alles nicht für uns, sondern für die Generation nach uns.“

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