Wo bleibt die Skatehalle für Vorarlberg?

Der Skatesport wird im Jahr 2020 sogar zur olympischen Disziplin. Auch Vorarlberg hat viele Talente hervorgebracht.
Der Skatesport wird im Jahr 2020 sogar zur olympischen Disziplin. Auch Vorarlberg hat viele Talente hervorgebracht. ©VOL.AT/Matthias Rauch
Seit Jahren wird darüber diskutiert, umgesetzt wurde sie noch immer nicht: eine Skatehalle in Vorarl­berg. Im Winter steht die Skaterszene im Land buchstäblich im Kalten.

Von Harald Küng/Wann&Wo

Seit die Skateboardrampen vor vielen Jahren aus der Dornbirner Messehalle verschwunden sind, wartet die Vorarlberger Skaterszene auf Indoor-Ersatz. Zwar entstehen nach und nach neue Skateparks und locken – wie etwa in Hard – Skater aus aller Welt ins Ländle, doch die Parks sind nur in der warmen Jahreszeit befahrbar. Weil in Vorarlberg nichts weitergeht, haben sich die Skateboarder bereits nach Alternativen umgesehen – und wurden im benachbarten Widnau fündig: „Hier haben sich drei kleine Schweizer Gemeinden zusammengetan und uns eine 300 Quadratmeter große Halle zur Verfügung gestellt“, freut sich Martin Fröwis, Vizeobmann des Vereins „Breakless Skateboard Association“. Allerdings ist die Halle für die Bedürfnisse der Sportler zu klein. „Bei 15 Leuten wird es schnell eng, im Ländle gibt es aber gut 150 Skateboarder – dafür reicht die Halle nicht aus.“ Dass in Vorarlberg in Sachen Skatehalle nichts weitergeht – gerade auch in Hinblick auf Skateboarding als olympische Disziplin 2020 – sieht Fröwis als „Blamage für das Ländle. Die Szene kann sich so nicht entwickeln, im Gegenteil: Sie zerbricht, weil die guten Fahrer das Land verlassen und andernorts den Sport ausüben.“

„Skaten: mehr als Sport“

„Gerade für Kinder und Jugendliche hat die Freizeitgestaltung große Bedeutung und findet einerseits im institutionellen Rahmen und andererseits in der Peergroup statt“, weiß Florian Gerer, Skateboarder, Fotograf und Lehrer aus Hard. „Eine Skatehalle kann eine Schnittstelle für Junge sein, die kein Interesse an Vereinen haben, aber doch eine Begleitung in ihrer Freizeitgestaltung benötigen, etwa in Kombination mit Sozial- oder Jugendarbeit. Die Skatehalle Dornbirn war früher der einzige Ort, an dem sich die komplette Vorarlberger Skaterszene zwei Monate im Jahr getroffen hat – Jung wie Alt. Und auch wenn es nach außen vielleicht nicht so aussieht: Skateboarding ist mehr als ein Sport, es ist ein Lifestyle.“

Factbox

  • 2020 wird Skateboarding olympisch. Damit die Vorarlberger Athleten auch im Winter trainieren können, wird eine entsprechende Infrastruktur benötigt.
  • 150 aktive Skateboarder ­rollen im Ländle über die Straßen. Viele von ihnen organisieren sich im ­Skateboard Kultur- und Förderverein „Breakless Skateboard Association“.
  • 97 Kilometer ist die nächste große Skateboardhalle von der Vorarlberger Landeshauptstadt entfernt (Winterthur). Weitere Hallen gibt es in Zürich (rund 120 km) sowie in Innsbruck (rund 190 km).
  • 6 größere Parks (Bregenz, Hard, Lustenau, Götzis, Nenzing und Feldkirch) gibt es im Ländle – dazu einige kleinere Plätze.

(Red.)

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