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Wissen als Waffe

Schwarzach - Einem offenkundigen Aufstieg der BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) scheint ein nicht weniger evidenter Abstieg westlicher Wirtschaftsräume gegenüberzustehen.

Es sei denn, der Westen denkt entschieden um und handelt schnell: Auf Österreich bezogen hieße dies vor allem, dass wir „Wissen als unseren wichtigsten Rohstoff identifizieren und einen Quantensprung bei unseren Bildungsanstrengungen vollziehen“.Davon zeigte sich im “VN”-Gespräch anlässlich seines Vortrages vor der Vollversammlung der Vorarlberger Industriellenvereinigung der Volkswirtschafter und Politikwissenschafter Wolfgang Hirn überzeugt, der seit über eineinhalb Jahrzehnten für das deutsche “manager magazin” berichtet.

Hirn, der seit den 80er Jahren regelmäßig auf China-Reisen die dortigen mächtigen Umwälzungsprozesse recherchiert und dokumentiert: “Noch mehr als die asiatischen Armeen von Billigarbeitskräften muss uns nämlich jener Aufwand zu denken geben, mit dem in China oder Indien den Jungen Bildung vermittelt wird. Eltern in China stecken bis zu 50 Prozent und mehr von ihrem Einkommen in die Ausbildung der Kinder. Angebot und Organisation von Bildung müssen auch bei uns oberste politische Priorität erhalten, schon unseren Kleinen muss im Elternhaus Bildung als Schlüssel für die Bewältigung von Leben und Beruf klargemacht werden“, fordert der Kenner der Verhältnisse.

Neben diesem Bildungshunger prägen rasante Dynamik, grenzenlose Nachfrage nach Energie, Rohstoffen, mit steigendem Wohlstand auch nach Lebensmitteln, sowie ein anderer Zugang zu Systemen und Werten unsere Herausforderer. Empfanden es westliche Verbraucher lange Zeit primär als angenehm, dass Sportschuhe, Laptops, Textilien und Spielzeug made in China vor allem billig sind, so lernten westliche Arbeitnehmer oft auch die Kehrseiten der Medaille kennen – indem sie durch Produktionsauslagerung nach China die eigene Arbeit verloren. Die Tourismuswirtschaft unserer Breitengrade wiederum goutiert das verstärkte Aufkommen von Gästen aus den Boomregionen: Ein Chinese lässt auf seinem Europa-Trip nachweislich mehr Geld liegen als der lange Zeit “konkurrenzlose” Japaner.

Wolfgang Hirn würde es nicht wundern, wenn Westfirmen des Preisvorteils wegen nach den Produktionen zunehmend auch Schlüsselbereiche wie Forschung & Entwicklung nach China auslagern: “Es macht Sinn, die Dinge räumlich zusammenzuführen, und Firmen entscheiden nun mal ökonomisch-rational.” Kleiner Trost für Österreich, speziell für unser Bundesland: Familiengeführte mittelständische Unternehmen sind auch emotional am Standort verankert, gehen den Weg einer Auslagerung viel schwerer als profitdominierte Aktiengesellschaften. Dennoch: Ist unsere Rolle als Verlierer dieses globalen Wettlaufs schon besiegelt? Hirn: “Da schließt sich der Kreis mit dem Stichwort Bildung. Die Hoffnung lebt, dass wir innovativer bleiben/werden als die Asiaten – Basis- bzw. Schlüsselinnovationen kamen nie von dort. Die lieferten die Amerikaner – und leider nicht die Europäer.”

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