„Wir müssen schauen, dass sie Fuß fassen“

Vorarlberg setzt sich für die Flüchtlinge ein.
Vorarlberg setzt sich für die Flüchtlinge ein. ©APA
Die VN und VOL.AT starten mit der Aktion „Vorarlberg hilft“. Mit Russpreisträger Egon Blum an der Spitze.
Helfen Sie mit!

Die Flüchtlingssituation lässt in Vorarlberg kaum jemand kalt. Bemerkenswert, wie viele Vorarlbergerinnen und Vorarlberger ihre Hilfe anbieten. Koordinationsstellen im Land, im Bund, in der Gemeinden – alle freuen sich über zahlreiche Anfragen. Aber eines ist gewiss: Der Zuzug nach Europa wird in nächster Zeit in der jetzigen Form weitergehen. Mehr noch: Alleine in den vergangenen Tagen sind mehrere Tausend Menschen im Burgenland in Nickelsdorf angekommen. Die Menschen kommen. Punkt. Um die globalen Lösungen müssen sich andere kümmern. Aber was können wir tun?

Einen Beitrag leisten

Die VN als Landeszeitung sind sich ihrer Verantwortung bewusst. Deshalb starten wir zusammen mit VOL.AT die Aktion „Vorarlberg hilft“. Wir wollen damit allen hilfsbereiten Vorarlbergerinnen und Vorarlbergern helfen, damit ihr Hilfsangebot an die richtigen Stellen gelangt. Außerdem wollen wir weitere Menschen animieren ihren Beitrag zu leisten. Viele engagierte und bekannte Vorarlbergerinnen und Vorarlbergern unterstützen „Vorarlberg hilft“.

Ein Mann wird uns dabei unterstützen, der wie kein zweiter dafür in Frage kommt: Lehrlingsexperte und Dr.-Toni-Russ-Preisträger Egon Blum. Er stellt sein Knowhow im Integrations- und Ausbildungsbereich zur Verfügung und wird „Vorarlberg hilft“ mit anführen. „Egal, weshalb die Menschen hier sind. Sie sind hier. Jetzt müssen wir schauen, dass sie Fuß fassen und sich integrieren“, weist Blum auf unsere Verantwortung hin.

Derzeit befinden sich rund 2200 Asylwerber in Vorarlberg. Viele davon werden bleiben. Das Zusammenleben kann nur funktionieren, wenn wir die Neuankömmlinge willkommen heißen und in die Gesellschaft integrieren. Sei es am Arbeitsmarkt, sei es am Wohnungsmarkt, sei es in Sportvereinen und im Dorfleben. Oder wie es Vorarlbergs Bischof Benno Elbs – ein Unterstützer von „Vorarlberg hilft“ – sagt: „Das wichtigste ist ein Klima der Gastfreundschaft. Dieses entsteht durch kleine Zeichen. Durch Geschenke, Einladungen, wenn man jemandem zum Amt begleitet, einen Spaziergang macht, Kleidung schenkt oder mit den Flüchtlingen deutsch lernt“.

Sprache als Schlüssel

Aus der Glücksforschung ist bekannt, was Menschen brauchen, um sich wohl zu fühlen. Im Grunde braucht es zwei wichtige Faktoren: Erstens: Dazu gehören zu dürfen. Zweitens: Zeigen, was man kann. Zeigen was man kann bedeutet: aktiv sein, mithelfen, arbeiten. Der Arbeitsmarkt ist jetzt schon angespannt – er wird in Zukunft noch zu einer größeren Herausforderung. Für Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) ist klar: „Jene, die Asyl bekommen, müssen rasch die deutsche Sprache lernen, als Voraussetzung für die Vermittlung am Arbeitsmarkt. Außerdem sollen Asylwerber stark in gemeinnützige Arbeit eingebunden werden.“

Egon Blum ist Aus- und Weiterbildung schon seit jeher ein besonderes Anliegen: „Dafür werde ich mich besonders engagieren.“ In seiner langjährigen Tätigkeit bei der Firma Blum, in der Elektro- und Metallindustrie und als Lehrlingsbeauftragter der Bundesregierung weiß er, auf was es bei der Integration im Hinblick auf die Ausbildung der Menschen ankommt. Schritt eins: die Sprache: „Deshalb müssen wir uns im ersten Schritt einmal auf den Deutschunterricht fokussieren“, ist sich Blum sicher. Er bekommt Unterstützung vom Landeshauptmann: „Ohne Sprachkenntnisse ist eine Integration nicht möglich“.

Sie sind Lehrer? Vielleicht schon in Pension? Und wollen sich engagieren? Dann melden Sie sich! Werden Sie Teil der bereits riesigen Vorarlberger Hilfsgemeinschaft.

Eine der Hauptaufgaben derzeit, mit der sich auch die Politik plagt, ist die Quartierssuche. Die Frage nach Unterkunft steht am Anfang der ganzen Debatte. Für Asylwerber werden eiligst Fabriks- und Tennishallen umfunktioniert und mit dem Nötigsten ausgestattet. Die Frage der Unterkunft geht jedoch weiter. Wenn Asylwerber den Asylstatus zugesprochen bekommen (also Konventionsflüchtlinge sind), fallen sie nach einigen Monaten aus der Grundversorgung. Sie dürfen Arbeiten und brauchen eine Wohnung, damit für nachkommende Asylwerber Platz geschaffen wird. Politik und Öffentlichkeit stemmen die Frage der Unterkunft nicht alleine. Die Zivilgesellschaft ist gefragt. Sie haben eine Unterkunft für Asylwerber? Oder eine Wohnung für Konventionsflüchtlinge? Melden Sie sich! Vorarlberg hilft.

Jeder ist gefragt

Sie haben sonst einen Vorschlag? Sie würden bei Behördenwegen helfen? Sie wollen mit Asylwerbern einen Garten betreiben? Sie wollen Sie in ihren Verein mitnehmen? Sie haben eine Idee? Sie wollen wandern gehen? Schreiben Sie uns, melden Sie sich. Wir freuen uns, Vorarlberg wird es Ihnen danken.

Wir werden die zukünftigen Herausforderungen nur gemeinsam lösen können. Wenn Vorarlberg an einem Strang zieht, wenn Vorarlbergerinnen und Vorarlberger zusammenstehen, dann können wir etwas bewegen. Vorarlberg hilft.

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