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"Wir haben noch viel zu tun"

In zehn Tagen steigt das erste Training für den Formel-1-Grand-Prix von Australien. Christian Klien nimmt in Interview Stellung zu seiner Arbeit, zum neuen Honda und Lob vom Team.

VN: Mit den nächsten Testfahrten geht es erst nach dem ersten Saisonrennen am 27. März in Sepang weiter. Ist Christian Klien bis dahin arbeitslos?

Klien: Ich werde den Test dort nicht fahren, weil nur ein Auto dabei sein wird. Aber ich bin in Malaysia für Filmarbeiten eingeteilt. Langweilig wird es mir nicht, bei Honda arbeitet man hart. Ich bin gerade beim Team in England, da gibt es einiges zu besprechen. Heute folgt der teaminterne Fitnesstest, dann genieße ich noch ein paar freie Tage in der Heimat. Anfang nächster Woche geht es dann schon nach Melbourne.

VN: Hondas Technikchef Shuhei Nakamoto hat gesagt: Momentan liegen wir vor Red Bull und Toyota,aber hinter dem Rest. Das sind keine guten Aussichten für den WM-Beginn in Melbourne.

Klien: Stimmt. Wir sind nur das viert- oder fünftschnellste Team und nicht dort, wo wir sein wollen. Da gibt es noch viel zu tun. Darum wurde dieses Meeting auch einberufen, wir wissen um die Probleme. Einiges kann man noch vor Melbourne erledigen, in den zwei Wochen bis zum zweiten Rennen in Sepang wird es dann eine größere Verbesserung am Auto geben.

VN: In Malaysia soll es vor dem Grand Prix einen großen Honda-Test geben – mit überarbeiteter Aerodynamik und neuer Vorderradaufhängung.

Klien: Genau, das war auch Teil der Sitzung hier in Brackley. Die Aerodynamik passt noch nicht ganz, beim Bremsen blockieren die Hinterräder, da verliert man in jeder Kurve sehr viel Zeit.

VN: Das neue Reifenmonopol von Bridgestone scheint für Ex-Michelin-Piloten wie dich gewöhnungsbedürftig. Was hat sich geändert?

Klien: Es hat nur eine kurze Eingewöhnungszeit bedurft. Aber man musste den Fahrstil ändern. Die neuen Reifen haben weniger Grip. Man kann nicht wie bei den Michelins tief in die Kurve hineinbremsen. Und für das herausbeschleunigen muss man das Auto zuerst gerade stellen. Der alte Pneu war gutmütiger und ließ höhere Kurvengeschwindigkeiten zu.

VN: Die Unterschiede in der Arbeit zwischen Honda und Red Bull Racing?

Klien: Bei Honda merkt man, dass da ein toll eingespieltes Team am Werk ist. Die Tests laufen reibungslos ab, da nutzt man jede Sekunde für Verbesserungen – es ist einfach alles auf einem anderen Level.

VN: Ein Blick zu Red Bull Racing: Was fällt dir aktuell zu deinem ehemaligen Rennstall ein?

Klien: Von außen ist eine Beurteilung schwierig. Aber man konnte sehen, dass es bei den Longruns Probleme gab.

VN: Wen schätzt du team- intern höher ein: Jenson Button oder Rubens Barrichello?

Klien: Das ist momentan schwer zu sagen. Beide haben die gleichen Voraussetzungen, beide bringen viel Erfahrung mit. Bei den Tests standen sie etwa auf der gleichen Stufe.

VN: Die eigenen Tests sind zur Zufriedenheit verlaufen, vor allem ohne Fehler. Von Teamchef Nick Fry gab es dafür Lob – kommuniziert man das auch dir gegenüber in dieser Form?

Klien: Es ist nett, so was zu hören. Zumeist wird es aber über die Medien transportiert. Fehler darf man sich keine leisten, das kann die Arbeit beeinträchtigen. Ich habe vier Jahre Erfahrung in der Formel 1, ich weiß, dass man ständig am Limit arbeiten muss. Nur so kann man das Auto verbessern. Aber ich wurde von Honda auch prima aufgenommen und konnte mich sehr gut einleben.

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