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Winterzauber unterm Montblanc

Chamonix - zu Füßen des legendären Mont Blanc
Chamonix - zu Füßen des legendären Mont Blanc ©VN / W.Stinn
Chamonix in den französischen Alpen ist ein Bergsteiger- und Wintersportort der Superlative.
Französische Alpen: Chamonix

Dass Chamonix zu Füßen des legendären Mont Blanc liegt, ist weithin bekannt. Ja mehr noch, Chamonix ist geradezu die Bühne zum Montblanc, dem höchsten Berg der Alpen. Wie in einem Schauspiel kann man vom Denkmal der Erstbesteiger aus beobachten, wenn die Wolkenschleier über dem Gipfel sich lüften, um seine sanfte, stets schneebedeckte Kuppe freizugeben. Grandios ist aber auch die Gletscher- und Bergwelt, die ihn umgibt.

Eine genussvolle Anreise

Ein Genuss ist bereits auch die Anreise mit dem „Mont Blanc Express“. Das weiß-rote Bähnlein windet sich durch glitzernde Schneefelder vorbei an schmucken Holzhäuschen, die unter flauschig weichen Wintermützen träumen. Es bringt die Gäste von Martigny im schweizerischen Wallis bis nach St. Cervais–les-Bains mit seinen Thermalquellen im französischen Hochsavoyen. Bereits bei Argentière bauen sich die nadelspitzen Bergketten auf, die 3842 Meter hohe Aiguille du Midi mit ihren schroffen Flanken gerät aber erst in Chamonix, etwa in der Mitte des Tales, so richtig ins Blickfeld. Hier befindet sich auch die Seilbahn, die hoch auf ihren Gipfel führt.

Zwischen Plan d’Aiguille (2317 m) und der Bergstation Aiguille du Midi (3208 m) gibt es keinen Seilbahnträger. Es sei die weltweit längste ungestützte Teilstrecke einer Seilbahn, so der Prospekt. In großem Bogen sieht man bei der Auffahrt das Seil durchhängen. Mag sein, dass es da so manch einem etwas flau im Magen wird. Mitten hinein in ein riesiges Meer aus Eis führt die Fahrt. Ein Aufzug bringt die Gäste zum Gipfel – mit dem wohl eindrücklichsten Blick auf den Montblanc, der sich einem Nichtbergsteiger bietet. „Auf Felsen thronend, in Wolken gewandet, mit einem Diadem von Schnee“, so beschrieb es einst Lord Byron.

Ein Meer aus Eis

Es war im Jahre 1741, als die Engländer Richard Pococke und William Windham als erste Menschen nach Montenvers zum Eismeer, das sich unterhalb der Aiguille du Midi ausbreitet, hinaufstiegen und die dortigen Eishöhlen erkundeten. Während sich damals Reisende auf einem Maultierrücken in die wilde Gletscherlandschaft hinaufbugsieren ließen, geht es heute bequem in 20 Minuten mit einer Zahnradbahn nach Montenvers. Wenige Schritte von der Endstation Eismeer eröffnet eine Aussichtsplattform einen grandiosen Blick herab auf seine gefurchte Gletscherzunge.

Das „Mer de Glace“ ist nach dem Aletsch- und dem Gornergletscher der drittgrößte Eisstrom der Alpen. Auf einer Länge von sieben Kilometern und einer Breite, die zwischen 700 und 1950 Metern beträgt, erstreckt sich eine Oberfläche von 3037 Hektar. Das Eis ist ungefähr 240 Meter dick, an seiner dicksten Stelle erreicht es 400 Meter.

Auch der passionierte Montblanc-Maler und Bergführer Lionel Wibault schwärmt davon. Er fährt mit seinen Gästen auf Skiern von der Aiguille du Midi durch die Vallée Blanche über das Eismeer bis nach Chamonix. Diese rund 22 Kilometer lange Abfahrt, die im Slalom um die von Schneebrücken überdeckten bis zu 40 Meter tiefen Gletscherschlünde herum führt, rühmen viele als außergewöhnliches Erlebnis, an das man sich allerdings nur mit einem Führer heranwagen sollte. Wibault erklärt die Gefahren: „Die Route muss von Tag zu Tag geändert werden, weil die Spalten sich verändern.“ Natürlich gibt es im Umfeld des Ortes, wo im Jahre 1924 die ersten Olympischen Winterspiele stattfanden, genügend Möglichkeiten, sich dem „weißen“ Sport zu widmen. In der Region zwischen Chamonix und Vallorcine erwarten die Skifahrer und Snowboarder 108 Kilometer Abfahrt und 69 Skipisten in allen Schwierigkeitsgraden.

Bummeln und Genießen

Ein Bummel durch Chamonix zeigt die Verknüpfung zwischen Tradition und Neuzeit. In einem der alten Palasthotels aus der Blütezeit des Tourismus befindet sich das Alpine Museum. Hier werden die Geschichten der Erstbesteiger und Forscher in den Bergen lebendig gehalten und Impressionen der Berge gezeigt. Après-Ski-Rummel sucht man in Chamonix vergeblich – wer durch die Avenue Ravanel le Rouge schlendert, entdeckt dafür zwischen Feinkostläden mit Tannen- und Veilchenlikör, gegrillten Auberginen und dem begehrten Bergkäse Reblochon eine Vielzahl von Sportgeschäften mit Outdoorkleidung bekannter Markenfirmen …

 

REISEINFOS

Anreise: Bahn: Feldkirch—Zürich—Lausanne—Martigny—Chamonix; Pkw: Autobahn bis Martigny, Col de la Forclaz, Col des Montets.
Allgemeine Informationen: Office de Tourisme de Chamonix, 85 Place du Triangle de l‘Amitié BP 25, 74400 Chamonix-Mont-Blanc, Tel : +33(0)4 50 53 00 24, E-Mail : info@chamonix.com, www.chamonix.com.
Restaurant-Tipps: Le Cap Horn. Tel. +33(0)4 50 21 80 80, 74 Rue des Moulins, 74400 Chamonix-Mont-Blanc, E-Mail : reservation@caphorn-chamonix.com, www.caphorn-chamonix.com.
Le Café de l’Arve, 60 impasse des anemones, 74400 Chamonix-Mont-Blanc, Tel. +33(0)4 50 53 58 57, www.cafe-arve.com.
Tipp: Maler und Bergführer Lionel Wibault, 238 chemin des Cristalliers, 74400 Chamonix-Mont-Blanc, Tel. +33(0)4 50 53 11 71, www.wibault.org.

 

(VN)

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