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Wintersperre zwischen Lech und Warth entzürnt Wirtschaft im Tiroler Lechtal

Wintersperren, wie hier bei Stuben am Arlberg, sind in Vorarlberg keine Seltenheit.
Wintersperren, wie hier bei Stuben am Arlberg, sind in Vorarlberg keine Seltenheit. ©VOL.AT/Hofmeister
Warth - Die Wintersperre zwischen Lech und Warth sorgt im Tiroler Lechtal für Unmut. Dort fühlt man sich willentlich von der Außenwelt abgeschnitten. Auf der Vorarlberger Seite argumentiert man mit der Lawinengefahr.

Seit dem 26. Dezember ist die Straße zwischen Lech und Warth gesperrt. Innerhalb weniger Stunden fiel am Arlberg mehr als ein halber Meter Schnee. “Wir mussten schnell reagieren und sperrten die Straße aufgrund der Lawinengefahr”, erklärt der Warther Bürgermeister und Leiter der dortigen Lawinenkommission Stefan Strolz. Die Leitschienen waren bereits vom Land Vorarlberg abgebaut und durch Betonsperren ersetzt worden, man habe die Straße dennoch so lange wie möglich offen gehalten.

Tiroler Lechtal gegen Wintersperre

Die Wintersperre trifft im Tiroler Lechtal auf wenig Gegenliebe. Durch die Wintersperre fühle man sich im westlichen Außerfern von der Außenwelt abgeschnitten. Zwar ist das obere Lechtal weiterhin von Vorarlberg aus über Schröcken, von Tirol aus über das meist offenen Hahntennjoch von Imst aus oder Reutte im unteren Lechtal erreichbar. Damit sei jedoch ein großer Zeitverlust verbunden, vor allem die Anbindung zur ÖBB rückt so in weite Ferne.

Einer, der sich benachteiligt fühlt, ist der Außerferner Wirtschaftskammerobmann und Lechtaler Hotelier Michael Baldauf: “Ich wage es schon, Prognosen abzugeben, wie die Wintersperre Lech – Warth verlaufen wird”, erklärt er gegenüber der Tiroler Tageszeitung. “Jetzt ist gerade zu. Wenn ab 7. Jänner heuer die russischen Gäste ausbleiben, wird schnell aufgesperrt. Dann brauchen die Lecher ja Gäste. Im Fasching, so ab 1. Februar, wird wegen ‘dringender Lawinengefahr’ wieder zugesperrt.” Dann seien die Betten voll und Störungen von außen nicht erwünscht. Auf Facebook klagt er über die mit der Sperre verbundenen Schwierigkeiten und hofft auf die Hilfe der Tiroler Grünen.

Muxel spricht von unverantwortlichen Aussagen

In Vorarlberg hat man wenig Verständnis für Baldaufs Aussagen. “Es ist unverantwortlich und unverständlich, der Lawinenkommission zu unterstellen, sie habe andere Beweggründe als die Lawinensituation für ihre Entscheidungen”, verteidigt Lechs Bürgermeister Ludwig Muxel die Entscheidung der Lawinenkommission. Es sei am 26. Dezember höchste Zeit gewesen, die Straße zu sperren. Auch wie lange diese gesperrt sei, werde allein die Lawinenkommission entsprechend der Lawinengefahr entscheiden.

Wintersperren in Vorarlberg nicht ungewöhnlich

Wintersperren seien in Vorarlberg nichts Ungewöhnliches, erläutert Andreas Pecl vom Vorarlberger Lawinenwarndienst. So ist das Furkajoch wie auch die Silvretta-Hochalpenstraße den gesamten Winter gesperrt. Die Straße sei in einer sehr exponierten Lage, aufgrund der Steilhänge gäbe es nur wenige Sicherungsmöglichkeiten. Die Entscheidung, wie lange eine Sperre notwendig ist, liege jedoch bei der Lawinenkommissionen vor Ort. Bereits im letzten Jahr war die Strecke zwischen Lech und Warth den gesamten Winter bis Ende April gesperrt, der Flexenpass zwischen Zürs und Stuben nur bei akuter Lawinengefahr.

Lechtalstraße bis Winterende gesperrt

Warths Bürgermeister und Vorsitzender der örtlichen Lawinenkommission Stefan Strolz
Warths Bürgermeister und Vorsitzender der örtlichen Lawinenkommission Stefan Strolz ©Warths Bürgermeister und Vorsitzender der örtlichen Lawinenkommission Stefan Strolz – VN/MiK

In Warth sieht man die durchgehende Sperre der Straße bis zum Ende des Winters durchaus für gerechtfertigt an. “Ich würde Herrn Baldauf gerne einladen, sich selbst ein Bild vor Ort zu machen”, betont Strolz. Man spreche hier nicht nur von einigen hundert Metern, die man verbauen müsse, wie Baldauf gegenüber der Tiroler Tageszeitung andeutete. Bereits 100 Meter nach der Schranke beginne der erste Lawinenstrich. Auf diesen folgen laut Strolz sowohl auf Warther wie auf Lecher Gemeindegebiet noch mehrere weitere.

Derzeit keine Verbauung geplant

Die Straße nur bei akuter Lawinengefahr zu sperren, wie von den Tirolern gewünscht, sei keine Lösung. “Die einzig sichere Verbauung wäre ein Tunnel vom Ortsrand von Warth bis nach Lech”, fasst Strolz zusammen. Aufgrund der Südhanglage der Lechtalstraße wäre die Sicherheit selbst bei einer Teilverbauung kaum gegeben. Ein solcher Tunnel ist aus Vorarlberger Sicht jedoch nicht geplant. “Die erste Priorität bei der Lawinenverbauung hat die Sicherung des besiedelten Gebietes, die zweite Priorität die Zufahrten zu diesen”, erklärt Landesrat Erich Schwärzler. Beides trifft jedoch nicht auf die Lechtalstraße zwischen Warth und Lech zu.

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