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Wiener Volksoper startet in neue Saison

Hausherr Robert Meyer: "Mehr geht an der Volksoper wirklich nicht"
Hausherr Robert Meyer: "Mehr geht an der Volksoper wirklich nicht"
Karriere ohne Anstrengung, Limonen und eine fünfte Jahreszeit: Die Wiener Volksoper drückt in der kommenden Saison aufs Gas und bringt drei szenische Opernpremieren sowie je zwei Premieren in den Sparten Operette, Musical und Ballett zur Aufführung. "Mehr geht an der Volksoper wirklich nicht", unterstrich Hausherr Robert Meyer am Freitag bei der Programmpräsentation.


Insgesamt hievt die Volksoper kommende Spielzeit 313 Vorstellungen auf die Bühne – davon 95 aus der Sparte Operette, 93 aus dem Opernfach und 62 aus dem Musicalsektor. Dabei wird allerdings nicht nur die Volksopernbühne selbst bespielt. Für “Limonen aus Sizilien” geht man am 12. Februar erstmals ins Kasino am Schwarzenbergplatz. Für das aus 2003 stammende, dreiaktige Werk des deutschen Komponisten Manfred Trojahn nutzt man die bisher dem Burgtheater vorbehaltene Spielstätte. Das Stück werde mit einem 18-köpfigen Orchester bewältigt, so Meyer. Schließlich besitze der Raum keinen Orchestergraben. Und auch viel Dekoration benötige man dort nicht: “Der Ballraum selbst ist die Deko.”

Im Haupthaus startet die Oper am 15. Oktober in die Premierensaison, wenn in Koproduktion mit der Oper Bonn Jacques Offenbachs “Hoffmanns Erzählungen” erklingt. Am 25. März folgt mit Alfredo Catalanis Geier-Wally-Adaption “La Wally” eine echte Preziose des romantischen Repertoires, wofür Regisseur Aron Stiehl Hausdebüt feiert. Dazwischen gibt es mit einer konzertanten Aufführung das vielleicht spannendste Opernprojekt der Spielzeit, wenn am 28. Jänner Erich Wolfgang Korngolds “Das Wunder der Heliane” gegeben wird. “Es ist eine sehr wirre Geschichte – das ist auch der Grund, weshalb man es selten szenisch aufführt”, begründete Meyer die Entscheidung.

Den Saisonauftakt am 17. September bestreitet allerdings die Operette mit Ralph Benatzkys “Axel an der Himmelstür”, die 1936 Zarah Leander den Durchbruch brachte. Und am 9. Dezember kommt mit Emmerich Kalman ein weiterer Vertreter der Silbernen Operettenära zu Wort, wenn seine turbulente “Zirkusprinzessin” ihre Runden dreht.

In der Musicalsparte wartet man sogar mit einer Uraufführung auf, wenn Christian Kolonovits nach seiner Erfolgsproduktion “Antonia und der Reißteufel” am 3. Juni “Vivaldi – Die fünfte Jahreszeit” im Graben selbst dirigieren wird. “Er nennt es eine Ba-Rockoper”, gab Meyer einen Ausblick auf das Stück, bei dem er selbst die Regie übernimmt. Für das Projekt kommt als Vivaldi Drew Sarich, Star der Vereinigten Bühnen Wien, an die Volksoper. Als zweites Musical gibt es zuvor am 25. Februar Frank Loessers Klassiker “Wie man Karriere macht, ohne sich anzustrengen”, das mit Matthias Davids, Mathias Fischer-Dieskau und weiteren das Leadingteam der Erfolgsinszenierung “Sweeney Todd” wiedervereint.

Russisch fällt heuer die Ballettschiene aus. Die erste Premiere ist am 13. November Sergej Prokofjews Aschenputtel-Fassung “Cendrillon” in der Choreografie von Thierry Malandain. Und am 28. April 2017 folgt ein dreiteiliger Strawinski-Abend, der kurze Arbeiten der Choreografen Andrey Kaydanovskiy, Eno Peci und Andras Lukacs zusammenspannt.

Beim Blick auf die harten Fakten der abgelaufenen Saison 2014/15 zeigte sich indes der kaufmännische Geschäftsführer der Volksoper, Christoph Ladstätter, wieder einmal zufrieden. Die Sitzauslastung ist allerdings im Vergleich zum Vorjahr leicht von 82,2 auf 81,7 Prozent gesunken, was auch für die Karteneinnahmen gilt, die von 8,862 Mio. Euro auf 8,775 Mio. Euro zurückgingen. Der Bilanzgewinn betrug 142.000 Euro. “Das ist natürlich sehr erfolgreich”, zeigte sich Ladstätter überzeugt.

Für die laufende Saison könne man jetzt schon sagen: “Wir werden am Ende des Jahres einen Einnahmenrekord aufstellen.” Und auch die Sponsoreneinnahmen werde man wie seit Meyers Amtsantritt 2007/2008 durchgängig steigern. So gehe man in der laufenden Spielzeit von 600.000 Euro aus. Dazu gibt es noch ein Schmankerl des Sponsors Ottakringer, der für besondere Gelegenheiten Bierflaschen mit den zwölf Premieren- und Wiederaufnahmemotiven bedruckt – zwei Sechstertragerl also.

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