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Wiener U-Bahn für Katastrophen gerüstet

800 Menschen drängen sich zu den Spitzenzeiten in einer Garnitur der Wiener U-Bahn. Bei Brandkatastrophen „haben wir sehr gute Karten, alle Fahrgäste heraus zu bekommen".

Löschleitungen, schwer entflammbare Materialien und regelmäßige Übungen sollen Brandkatastrophen verhindern.

Laut Johann Ehrengruber, Sprecher der Wiener Linien, werden für die Züge nur Brand hemmende oder schwer entflammbare Materialien verwendet. Die Waggons, die in den vergangenen Jahren Feuer gefangen hatten, brannten erst aus, als die Stationen evakuiert waren. Allerdings könne die Bekleidung der Fahrgäste – wie etwa Kunstpelze – die Flammen schüren, räumte der Sprecher ein.

Feuerlöscher finden sich in den Garnituren ebenso wie in den Stationen. Überdies wurden im gesamten U-Bahnnetz „trockene Löschleitungen“ verlegt. Die Feuerwehr braucht also nur ganz kurze Schlauchleitungen bis zum nächsten Anschluss auslegen. Brandmelder gibt es im Stationsbereich und in den neuen Garnituren selbst.

Bei einem Brand wird alles versucht, dass ein Zug nicht im Tunnel stehen bleibt, sondern noch eine Station erreicht, sagte Ehrengruber. Bis dieser Bereich komplett geräumt ist, können einige Minuten vergehen. In dieser Zeit ist aber auch schon die Feuerwehr angerückt.

Für den Leiter des Dezernats Zivilschutz, Krisenmanagement und Sicherheit der Stadt Wien, Werner Hiller, sind die engen Tunnelröhren das größte Problem bei Unglücken. Es könne gar nicht alles zur Verfügung stehende Hilfspersonal im Untergrund eingesetzt werden, „die steigen sich sonst nur auf die Zehen“. An der Oberfläche würden aber Hilfsplätze errichtet.

Besonders wichtig sind die regelmäßigen Übungen, erklärten Hiller und Ehrengruber. Die Katastrophenszenarien werden schon vor der Eröffnung „durchgespielt“. Bei mehreren Bränden – vom Mistkübel bis zum Waggon – gab es jedenfalls nie Tote.

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