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Wiener Hosi warnt mit Plakat vor Benedikt

©APA
"Cave Canem" (Hüte Dich vor dem Hund): Diese römische Warntafel hat sich die Homosexuelle Initiative Wien (Hosi) als Vorbild genommen.

Sie warnen in einer Plakatkampagne vor dem Besuch von Papst Benedikt XVI. in Österreich vom 7. bis 9. September. Unter dem Motto „Cave Benedictum“ versucht man, einem befürchteten „Konservatismusschub“ durch die Visite des Kirchenoberhaupts vorzubauen, so Hosi-Obmann Christian Högl bei einer Pressekonferenz am Donnerstag.

Unter dem Motiv des in lila gehaltenen Papstes wurde der Wahlspruch „Gegen Homophobie, für Nächstenliebe“ platziert. Die Plakate und Flugblätter werden nun in Szenelokalen ausgelegt.

Der Grund für die Aktion sei, dass Benedikt XVI. sich bereits in seiner Zeit als Kardinal immer sehr feindselig und ablehnend gegenüber Homosexualität geäußert habe. Deshalb warne die Hosi davor, dass sich der oberste Katholik in die derzeit heikle innenpolitische Diskussion zur Einführung von eingetragenen Lebenspartnerschaften einmischen könnte. „In dieser kritischen Phase befürchten wir, dass, wenn sich der Papst hier negativ äußert, unsere Bemühungen torpediert werden“, so Högl.

Der Papst habe sich in dieser Frage bereits massiv in Spanien und Italien eingemischt, erinnerte Hosi-Mitarbeiterin Helga Pankratz. Deshalb habe man auch prophylaktisch vornehmlich an SPÖ-Regierungsmitglieder entsprechende Briefe versandt, damit man gegebenenfalls den Papst in die Schranken weise und ihm Kontra gebe.

Innerhalb seiner Glaubensgemeinschaft könne Benedikt sagen, was er wolle. Er dürfe sich aber nicht in gesellschaftspolitische Bereich einschalten. Deshalb unterstützt die Hosi auch die gegen den Papstbesuch gerichtete Demonstration am 7. September, die unter dem Motto „Nein zum Papstrummel – Gegen Sexismus, Konservativismus und Homophobie!“ stehen wird.

Zuversichtlich zeigte sich Högl bei der aktuellen Diskussion innerhalb der Regierung über die Einführung eingetragener Lebenspartnerschaften für Homosexuelle. „Offenbar geht es jetzt nur mehr darum: Was ist drin und was ist nicht drin.“ Dennoch habe man die Befürchtung, dass am Ende nur ein Reförmchen herauskomme. Man hoffe jedoch, dass sich in der ÖVP die Vernunft durchsetze.

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