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Wien: Studenten stürmen Audimax

Nach dem Sternmarsch von tausenden Studenten und Lehrenden der Wiener Uni sind am Dienstagabend hunderte von Studenten in das Audimax im Hauptgebäude der Universität Wien vorgedrungen.
Studenten-Proteste

Zuvor hatten mehrere hundert Studenten “alternative Vollversammlungen” an der Uni Wien abgehalten. Zunächst wurde im Hörsaal 7 darüber debattiert, ob daraus eine Besetzung werden soll bzw. welcher Hörsaal sich eignen würde. Schließlich strömten immer mehr Studenten in Richtung Audimax.

Zunächst war weiter unklar, ob jene mehreren hundert Studenten, die nach einer Demonstration gegen die drohenden Kürzungen des Hochschulbudgets in das Audimax der Uni Wien vorgedrungen waren, eine Besetzung planen. Vorerst wollten die “Audimaxisten” im mit einem “Welcome back”-Schriftzug verzierten Plenum beraten, wie weiter vorgegangen werden sollte. Unterdessen kamen auch eine halbe Stunde nach Sperre der Uni immer neue Studenten in das Audimax.

Der Hörsaal 7 wurde unterdessen von einer Gruppe Studenten für besetzt erklärt und sollte “geräumt” werden, hieß es von einer Rednerin im Audimax-Plenum. Für diesen Hörsaal wurde ebenso Unterstützung angefordert wie für den letzten verbliebenen Zugang zum Hauptgebäude, durch den weitere Personen hereinkommen wollten.

Die HochschülerInnenschaft (ÖH) und ein Sprecher der ehemaligen Hörsaalbesetzer von “#unibrennt” haben unterdessen betont, dass die Türe des Audimax nicht aufgebrochen wurde. “Einer unbekannte Person, wahrscheinlich ein Mitarbeiter der Uni Wien, hat die mittlere Türe des Audimax aufgeschlossen”, so die ÖH-Vorsitzende Sigrid Maurer (Grüne und Alternative StudentInnen, GRAS) gegenüber der APA. Erst danach sei eine Türe zur Galerie von Protestierenden “ausgehängt” worden.

Tausende bei Uni-Demo

Mehrere Tausende Studenten, Uni-Angehörige, ehemalige Hörsaalbesetzer von “uni brennt” und Aktivisten linker Jugendorganisationen – laut HochschülerInnenschaft (ÖH) waren es 20.000, laut Polizei 7.000 – sind am Dienstagnachmittag gegen die angekündigten Budgetkürzungen im Hochschulbereich auf die Straße gegangen.

Bewehrt mit Transparenten, einem riesigen aufblasbaren Schwein mit Flügeln und den Parolen der Hörsaalbesetzungen des vergangenen Herbstes forderten sie mehr Geld für Bildung.

Die größte Gruppe kam von der kurz davor zu Ende gegangenen Vollversammlung der Uni Wien im Juridicum, auf Luftballons teilten die Studenten ihre “Bildungsträume” mit, die vom eigenen Pony und “Hirn einschalten” bis zu “Mehr Praxis im Studium” und “Platz für alle” reichten.

Doch auch die Veterinärmedizinische Uni, die Technische Uni (TU) Wien und die Wirtschaftsuniversität (WU) waren mit eigenen, mehrere Hundert bis tausend Personen großen Demozügen vertreten. Die Uni für Bodenkultur (Boku) rückte gleich mit einem Traktor (“Bildungsabbaubekämpfungsmaschine”), eigener Blaskapelle und Samba-Tänzern an. Eine der Forderungen der teils mit Ästen dekorierten Demonstranten: “Seppi Pröll, marschier’ mit uns”.

Auf Schildern und Plakaten traten die Demo-Teilnehmer für “Leidenschaft für Wissenschaft” oder “artgerechte Studierendenhaltung” ein, vom Verband Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ) hieß es etwas resignierter “Eh scho wissen…”. Daneben wurden viele Plakate der Studentenproteste vom Vorjahr wiederverwertet, und auch die “Clown Army” rückte wieder an, um die Polizei – gegen deren Willen – zu unterhalten.

Bei der Abschlusskundgebung am Ballhausplatz erinnerten Vertreter der verschiedenen Wiener Unis und die Spitze der HochschülerInnenschaft (ÖH) daran, dass die Studenten bereits im vergangenen Herbst wegen der Unterfinanzierung der Hochschulen auf die Straßen gegangen waren. Gebessert habe die Situation sich trotz schöner Sonntagsreden der Politiker nicht, beklagte ÖH-Chefin Sigrid Maurer (Grüne und Alternative StudentInnen, GRAS). “Die Unis und die Fachhochschulen brennen wieder”, warnte ÖH-Vize-Chef Thomas Wallerberger (Fraktion Engagierter Studierender, FEST).

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