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Wien hat Zuschlag praktisch fix

Der börsenotierte Wiener Flughafen ist seinem Ziel, die slowakischen Flughäfen Bratislava (Pressburg) und Kosice (Kaschau) zu übernehmen, einen bedeutenden Schritt näher gekommen.

Der slowakische Verkehrsminister Pavol Prokopovic hat am Montag seine Empfehlung für den Verkauf von 66 Prozent der Flughafen-Anteile an das Konsortium TwoOne um den Wiener Flughafen offiziell bekannt gegeben. Die endgültige Entscheidung will die slowakische Regierung voraussichtlich am Mittwoch nächster Woche treffen.

Der Bietergruppe TwoOne gehören auch die Raiffeisen Zentralbank (RZB) und die slowakische Finanzgruppe Penta an. TwoOne habe die Ausschreibung nach allen Kriterien gewonnen und 77 von 100 möglichen Punkten erreicht, erklärte Prokopovic. Entscheidend dürfte der gebotene Preis gewesen sein: Das Angebot der Siegerkonsortiums für den Flughafen Bratislava umfasste neben dem Kaufpreis in Höhe von 6 Mrd. Kronen auch zugesagte Investitionen in Höhe von 7,9 Mrd. Kronen, womit sich das Offert auf insgesamt 13,9 Mrd. Kronen (370 Mio. Euro) beläuft. Neben dem Airport Bratislava soll der Wiener Flughafen auch den kleineren Airport Kosice übernehmen, für den insgesamt rund 34,5 Mio. Euro geboten wurden.

Die Privatisierungskommission hatte bereits im Dezember 2005 aus den vier noch im Rennen befindlichen Bietern das Offert der Gruppe TwoOne als bestes Angebot ausgewählt. Mit im Rennen waren zuletzt noch die spanische Baugruppe Abertis, das Bieterkonsortium ISAP (Independent Slovak Airport Partners) mit dem Flughafen Köln-Bonn und der Airport Consulting Vienna (ACV) und der türkische Flughafen-Betreiber TAV.

Die Empfehlung des slowakischen Verkehrsministers für den Flughafen Wien als Käufer der slowakischen Flughäfen „freut uns sehr“, sagte Flughafen-Wien-Vorstand Herbert Kaufmann in einer ersten Reaktion zur APA. Mit der Verwirklichung der Zusammenarbeit der beiden Flughäfen Wien und Bratislava werde eine große Chance für Wien, Bratislava und die gesamte Region eröffnet, betonte er. Das Offert schließe auch ein „ambitioniertes Investitionsprogramm“ mit ein. Den kleineren Flughafen Kosice wolle man ebenfalls „gut entwickeln“.

Die heutige Empfehlung des slowakischen Verkehrsministers ist zwar eine wichtige Vorentscheidung – bisher hat die Regierung noch nie entgegen einer solchen Empfehlung gehandelt. Allerdings hatte diesmal die Antimonopolbehörde Bedenken gegen einen Zusammenschluss des Flughafens Bratislava mit dem nur 50 km entfernten Wiener Flughafen geäußert. Daraufhin schlossen mehrere konservative Vertreter der Regierungskoalition aus drei christdemokratischen Parteien ein Veto nicht mehr aus. Jeder Minister hat ein Vetorecht.

Verkehrsminister Prokopovic widersprach den Bedenken – das Passagieraufkommen Wiens sei um ein Vielfaches höher als das von Bratislava, da könne nie eine wirkliche Konkurrenz entstehen.

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