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Wie Zuwanderer Hilfe bei der Pflege ihrer Senioren erhalten

Die muslimischen Besucher und die Bewohner verstanden sich auch ohne Worte.
Die muslimischen Besucher und die Bewohner verstanden sich auch ohne Worte. ©VN/Matt
Batschuns - Ein Batschunser Projekt ebnet Migranten Wege zum Altern in der neuen Heimat.

Vorarlberg zählt 370.000 Einwohner. Jeder fünfte stammt aus dem Ausland. Zehn Prozent sind Muslime. Das hat Angelika Pfitscher und Aysel Demir vom Bildungshaus Batschuns angespornt, der Frage nach der Pflege migrantischer Senioren nachzuspüren. Sie fanden zahlreiche Wissenslücken und Fällt von Überforderungen. Seit September 2012 bieten sie einen vierteiligen Kurs zum Thema an. 191 Zuwanderer der ersten und zweiten Generation – 144 Frauen und 47 Männer aus Moschee- und Kulturvereinen – nahmen bislang das Angebot in Anspruch.

Zentrale Pflege-Fragen für Muslime

Aysel Demir und Angelika Pfitscher erleben immer wieder schwierige emotionale Momente. Dann etwa, wenn sich Zuwanderer der ersten Generation bewusst werden, dass sie ihre eigenen Eltern in den 1950er und 60er Jahren nicht älter werden sahen. Im Gegenteil: Ihre Migration gab ihnen das Gefühl mit auf den Weg, ihre Alten im Stich gelassen zu haben. Solche Eindrücke kochen heute wieder hoch. Pflegende Angehörige unter den Migranten der zweiten Generation wissen nichts über vorhandene Entlastungsmöglichkeiten, finanzielle Unterstützung oder die örtlichen Betreuungsangebote. Aysel Demir und Angelika Pfitscher führen die Interessierten in das System der Hilfsangebote ein. Weil die Sprachbarrieren noch immer hoch sind, geschieht das in der Muttersprache der Migranten. Sie beantworten ihre zentralen Fragen: Erhält man im Pflegeheim muslimisches Essen? Weiß das Personal um die Bedeutung des Fastenmonats Ramadan? Gibt es einen Ort, an dem die Muslime beten können?

Schließlich gehen Aysel und Angelika mit den Gruppen vor Ort: So wurden die Bewohner des Sozialzentrums Mariahilf diese Woche von türkischen Frauen besucht. Sie brachten den Senioren Rosen mit, und Aysel Demir sagt: „Besucher und Bewohner haben nonverbal, mit Händehalten auf Herzensebene kommuniziert.“

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