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Wie sich Venezuela unter Chavez entwickelt hat

BIP gestiegen - Aber hohe Inflationsrate und schwächelnde Ölindustrie.
BIP gestiegen - Aber hohe Inflationsrate und schwächelnde Ölindustrie. ©EPA
Seit seinem Amtsantritt 1999 hat der verstorbene Präsident Hugo Chavez die Wirtschaft von Venezuela umgekrempelt. Er hinterlässt ein Land, das mehr denn je vom Öl abhängig ist. Ein Überblick:

WIE HAT SICH VENEZUELAS WIRTSCHAFT UNTER CHAVEZ ENTWICKELT?

Das je Einwohner erwirtschaftete Bruttosozialprodukt ist nach Angaben der Weltbank von 1998 bis 2010 um 6,1 Prozent gestiegen. Zum Vergleich: Von 1974 bis 1998 war es noch um 16 Prozent gefallen. Zu verdanken hat das Venezuela vor allem seinem Öl-Reichtum: Öl und Ölprodukte machten 2012 rund 96 Prozent der Exporte aus; 1999 waren es lediglich 76 Prozent. Zudem ist der Ölpreis deutlich gestiegen. Lag er zu Beginn von Chavez’ Amtszeit noch bei zehn Dollar je Barrel, sind es jetzt etwa 110 Dollar.

WAS SIND DIE PROBLEME?

Die Inflationsrate gehört zu den höchsten der Welt. Im Februar lag sie bei 32 Prozent. Das staatlich verordnete Tauschverhältnis vom Dollar zum Bolivar von 1 zu 6,3 trifft die Wirtschaft hart und hat zu einem florierenden Schwarzmarkt geführt. Bestimmte Importgüter sind bereits knapp geworden. Dazu kommt, dass die weitgehend verstaatlichte Öl-Industrie teilweise marode ist, weil ausländische Investoren vertrieben wurden. So fiel die Ölproduktion in der Chavez-Amtszeit von 3,5 auf 2,34 Millionen Barrel pro Tag.

SCHWÄCHELT NUR DIE ÖLINDUSTRIE?

Nein. Der Ausstoß der verstaatlichten Eisenerz-, Stahl- und Aluminiumindustrie fiel 2012 so gering aus wie seit über 30 Jahren nicht mehr. Einst gehörte Venezuela zu den größten Aluminium-Exporteuren der Welt, inzwischen ist es zum Importland geworden. Der Industrie setzen häufige Stromausfälle zu. So sorgten Dürren in den vergangenen Jahren häufig für Blackouts bei Wasserkraftwerken, weshalb die Behörden die Energie für Industriebetriebe rationierten.

KÖNNEN DIE HOHEN SOZIALAUSGABEN WEITER FINANZIERT WERDEN?

Aus den Gewinnen des staatlichen Öl-Monopolisten PDVSA flossen zwischen 2004 und 2010 etwa 61,4 Milliarden Dollar in Sozialprogramme. Ob auch künftig so viel Geld sprudelt, ist ungewiss. Die USA als einer der Hauptkunden sind gerade dabei, sich durch die Schieferöl-Förderung (Fracking) unabhängig von Importen zu machen und könnten in wenigen Jahren selbst zum Ölexporteur aufsteigen. Dazu kommt, dass die Raffinerien in Venezuela dringend modernisiert werden müssen. 2012 kamen bei einer Explosion in der größten des Landes 40 Menschen ums Leben. Sogar die eigentlich Chavez-freundlichen Gewerkschaften demonstrierten.

WIE STEHT ES UM DIE WIRTSCHAFTSBEZIEHUNGEN ZU ÖSTERREICH?

Im Jahr 2011 exportierte Österreich Waren im Wert von rund 62 Millionen Euro nach Venezuela. Damit belegt das südamerikanische Land nur Platz 76 (von 211) weltweit. Die österreichischen Ausfuhren nach Venezuela belaufen sich auf rund 16 Millionen Euro, das ist eine Verdreifachung im Vergleich zum Vorjahr.

(APA)

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