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Wie lange bleibt Beatrix noch Königin?

Der Tod ihres Ehemanns Prinz Claus war für die niederländische Königin Beatrix mehr als ein unersetzlicher persönlicher Verlust.

Auch als Monarchin und Staatsoberhaupt ihres Landes hat der Tod ihres Mannes eine Lücke gerissen, die ihre Existenz berührt.

In den Nachrufen wird betont, dass die Königin in ihm „ihren wichtigsten Berater“, „Stütze und Halt“, ihren “äußerst lobenswerten Souffleur“ höchster diplomatischer Qualitäten verloren habe – auch wenn für den so wichtigen Mann an ihrer Seite in der Verfassung der Niederlande gar kein Platz war.

„Beatrix ist eine starke Frau. Die Zukunft wird zeigen, wie sie mit dem Verlust fertig wird, den viele mit ihr empfinden. Leicht wird es nicht sein“, meinte am Dienstag der Kommentator des „Telegraaf“. Die jetzt 64 Jahre alte Monarchin hatte 1980 den Thron von ihrer Mutter übernommen. Königin Juliana war damals 70 Jahre alt und hatte die Abdankung vorher angekündigt. Beatrix und Claus hatten zuvor, seit der Hochzeit 1966 auf Schloss Drakesteyn wohnend, in Ruhe drei Söhne aufziehen können. Beide sahen auf diese Jahre abseits des vollen Scheinwerferlichts als besonders glückliche Zeit zurück.

Ihrem ältesten Sohn Willem-Alexander und der – von ihr sichtlich geschätzten – Schwiegertochter MÆxima wolle sie eine ebensolch ruhige Zeit gönnen, hat Beatrix früher bereits angekündigt. Wie lange die Zeit dauern sollte, sagte sie nicht. Von Krankheiten der Monarchin ist aus dem gut abgeschirmten Königshaus auch nichts bekannt geworden. Und der Eindruck des „Telegraaf“-Kommentators wird von vielen anderen geteilt: „Beatrix ist eine starke Frau.“

Hinzu kommt, dass sie es mit einer neuen Regierung mit noch relativ geringer Erfahrung zu tun hat. Würde sie abdanken und dem jungen unerfahrenen Kronprinzenpaar die Amtsgeschäfte überlassen, könnte das auch eine Belastung für die Regierung bedeuten. Denn die Mitglieder des Königshauses dürfen sich in der Öffentlichkeit praktisch nicht politisch äußern – überall lauern Fallstricke. Die Regierung muss sich auf alle Fälle in allen Fragen vor die Königsfamilie stellen, auch wenn diese sich mal unvorsichtig äußern sollte. Der Druck auf das Königshaus ist also groß.

Maxima könnte nach dem Urteil vieler Niederländer zusammen mit ihrem Mann mit dem Druck schon fertig werden, den eine Familie im ständigen Scheinwerferlicht aushalten muss. Beide sind aber erst seit Februar verheiratet, haben erst einige Aufgaben im Dienst des Landes hinter sich und noch großen Bedarf an Erfahrung vor sich.

Der Königin wird allgemein bescheinigt, dass sie sich in Staatsgeschäften auskennt wie kaum jemand sonst. Dass sie diese Kenntnis und Erfahrung jetzt schon aufzugeben bereit wäre, erwartet in Den Haag derzeit niemand. Und noch ist nichts bekannt von etwaigem Nachwuchs in der Familie ihres Nachfolgers, allen Spekulationen vor allem in ausländischen Medien zum Trotz. Gemessen an ihrer früheren Zusicherung an die Adresse ihres Ältesten wird eher noch mit einigen Jahren Beatrix-Regentschaft in den Niederlanden als mit ihrem baldigen Rückzug aufs Altenteil gerechnet.

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