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Wie krank ist der Papst? - "Klang wie Abschied"

Nach den Äußerungen eines belgischen Kardinals, wonach der Papst möglicherweise dem Ende seines Lebens nahe sei, reagierte der Vatikan am Montag in einer Aussendung. Es sei "alles normal", der Papst sei nur müde gewesen.

Der Papst werde zweifellos aus Alters- und Krankheitsgründen „immer gebrechlicher“, aber er sei fest entschlossen, weiter öffentlich für die Botschaft des Evangeliums einzutreten, hieß es am Montag laut Kathpress-Meldung in Kreisen der römischen Kurie als Antwort auf eine Alarmmeldung der belgischen Tageszeitung „Het Laatste Nieuws“. Die Zeitung hatte unter Berufung auf den belgischen Primas, Kardinal Godfried Danneels, berichtet, der Papst sei möglicherweise dem Ende seines Lebens nahe.

Im Vatikan wurde am Montag betont, wer die Worte des Papstes in Lourdes „Ich habe das Ziel meiner Pilgerfahrt erreicht“, als „Abschied von dieser Welt“ interpretiert habe, werde gezwungen sein, sich zu korrigieren. Johannes Paul II. sei fest entschlossen, in den nächsten Wochen zwei kirchenpolitisch wichtige Termine wahr zu nehmen. Am 25. August wird im römischen Petersdom der Abschiedsgottesdienst für die Kazanskaja-Ikone gefeiert, die der Papst dem Moskauer Patriarchat zurückgeben möchte.

Der Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, Kardinal Walter Kasper, wird die kostbare Marienikone – über deren Authentizität allerdings die Meinungen auseinander gehen – am 28. August (zum orthodoxen Termin des Festes Mariä Himmelfahrt) in Moskau übergeben. Am 5. September wird der Papst mit der Katholischen Aktion Italiens (AC) in den italienischen Wallfahrtsort Loreto pilgern und dort AC-Aktivisten selig sprechen. Damit werde die Bedeutung der Katholischen Aktion wieder betont, die in den letzten Jahren im Vergleich zu den neueren „Movimenti“ (geistlichen Bewegungen) in den Hintergrund getreten war.

Bereits in Lourdes hatte der Pressesprecher des Vatikans, Joaquin Navarro-Valls, besorgte Journalistenfragen über die Gesundheit des Papstes trocken mit den Worten „alles normal“ beantwortet. Ja, der Papst sei „müde“ gewesen, meinte Navarro-Valls, aber das seien Dinge, an die man sich gewöhnen müsse. Am Samstagvormittag hatte Johannes Paul II. den Text der Angelus-Ansprache in der Grotte von Massabielle nicht selbst verlesen, auch hatte er Schwierigkeiten mit dem Betschemel. Dies hatte Unruhe bei den begleitenden Journalisten ausgelöst. Aber zum Rosenkranzgebet am Abend war der Papst dann wieder pünktlich erschienen, er war in besserer Verfassung und las den Text der Einleitung selbst.

Am Sonntagvormittag zeigte er sich dann während der Messfeier auf der „Prairie de la Ribere“ wieder schwächer. Zum ersten Mal unterbrach der Papst zweimal die Verlesung des Predigttextes, um halblaut auf polnisch zu sagen „Helft mir“, beziehungsweise, dass er mit dem Text „durchhalten“ müsse.

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