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Wie das Wasser

Das Wasser ist noch immer überall durchgekommen. Ich kenne keine Materie, die vielfältiger und schneller ihre Gestalt ändern kann. Diese Tatsache macht die Charakteristik des Wassers aus, ist sein großartiges Vermögen. Der Druck des Grundwassers setzt es in Bewegung, macht die Quelle, die zum Rinnsaal, zum Bach, zum Fluss schließlich zum Strom wird, der seinen Weg zum Meer, zur Ruhe findet.

Nicht von ungefähr bezeichnen wir die Millionen, die sich seit Monaten in Bewegung setzen, als Flüchtlingsstrom. Die glauben, Wasser, selbst das harmloseste, aufhalten zu können, sind einäugig. Wer sich mit der Wirklichkeit anlegt, muss sie erkennen und respektieren. Das Wasser dringt überall durch und findet seinen Weg. Es ist vielgestaltig, wechselt ständig die Form, seiner Natur folgend, vermag sogar aufwärts zu fließen bei Escher. Die KUNST des spielerischen Umgangsmit der Wirklichkeit schafft Unmögliches, dreht um. Wir können Wasser kurzfristig umleiten, so wie wir es als Kinder im Sandkasten versucht haben, es in seiner blitzschnellen Wandlungsfähigkeit bewunderten.

Anstatt sich mit der unaufhaltsamen Bewegung des Wassers zu arrangieren, sein Fließen als unumkehrbar zu erkennen, sein Wesen zu respektieren, seine Moleküle zu nützen, seine kostenlose Energie zu leihen, es in tausend trockene Felder zu leiten, es über Hindernisse zu führen, seine fröhliche Lust am Fließen als seine einzige Bestimmung zu erkennen, selbige sich zu Nutze zu machen, will der Einfältige das Wasser aufhalten, zurückschicken, Dämme errichten, dass es nicht weiter kann, ohne zu erkennen, dass er damit Energie staut – zur drohenden Kraft, die alles gefährdet. Nicht das Wasser ist gefährlich, der es aufhält, ist es. Es staut selbst, was ihn eines Tages hinwegspült. Die Einäugigkeit solcher Plotikeri besteht in ihrem selbst verursachten Verlust des zweiten Auges, das sie der Machterhaltung opferten. Sie haben längst die AufSicht verloren und rennen nur noch mit einem Scheinwerfer herum. Wo Umsicht gebraucht würde, um sichtig zu sein, stehen sie einäugig vor dem Wasser, wollen ihm das Fließen verbieten und gefährden in Ihrem Versagen uns. Die Lösung besteht nicht im Bekämpfen sondern im Arrangement mit der Wirklichkeit. Das ist die Kunst, die wir brauchen.

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