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Widerstand der "Rothemden" in Bangkok gebrochen

Nach zwei Monaten erbitterter Proteste haben die oppositionellen "Rothemden" in Thailand am Mittwoch ihren Widerstand gegen die Regierung aufgegeben. Die Anführer der Aufständischen, die seit Wochen ein Geschäftsviertel im Zentrum der Hauptstadt Bangkok besetzt hielten, stellten sich der Polizei. Die Armeeführung teilte mit, die Lage sei unter Kontrolle. Der Einsatz gegen das Lager der Rothemden sei gestoppt. Bei heftigen Schießereien wurden mindestens fünf Menschen getötet, unter ihnen ein italienischer Fotograf, mehrere weitere wurden verletzt.
Rothemden am Boden
Truppenaufmarsch in Thailand
Auslandsösterreicher in Sicherheit

“Wir wollen weitere Verluste unsere Brüder und Schwestern unter den Rothemden verhindern”, sagte Weng Tojirakarn, einer von sieben Führern der Protestbewegung, die gemeinsam ihre Entscheidung verkündeten. Er rief die Regierungsgegner dazu auf, das Stadtzentrum zu verlassen. Ein weiterer Anführer, Natawut Saikua, sagte: “Wir haben unser Bestes getan.” Die Erklärung rief Unmutsäußerungen bei den Regierungsgegnern hervor. Im Fernsehen waren vier Anführer der Oppositionellen in Polizeihaft zu sehen. In der Früh hatten Panzer die Bambus-Barrikaden der “Rothemden” durchbrochen. Die Demonstranten würden aus der Innenstadt vertrieben, kündigte Regierungssprecher Panitan Wattanayagorn im Fernsehen an. Der Einsatz werde den ganzen Tag andauern. “Das ist der Tag X”, sagte ein Soldat.

Hunderte Soldaten und Polizisten wurden in Bangkok zusammengezogen. Die Truppen forderten die Menschen über Lautsprecher auf, nach Hause zu gehen. Aus einem Gebäude stieg schwarzer Rauch auf, Reifen brannten. Im Geschäftsviertel der Hauptstadt hatten sich zuletzt noch rund 3.000 Regierungsgegner verbarrikadiert. Der Machtkampf begann Mitte März, als mehrere zehntausend Demonstranten aus der Provinz in die Hauptstadt kamen, um die Regierung zu stürzen. Bei den Straßenkämpfen kamen seit Donnerstag vergangener Woche mindestens 39 Menschen ums Leben, fast 300 wurden verletzt.

Die Auslandsösterreicher in Bangkok sind in Sicherheit, unter den Toten und Verletzten der Kämpfe befinden sich nach Informationen der österreichischen Botschaft keine Österreicher. Nichtsdestotrotz riet Botschafter Johannes Peterlik Österreichern in der thailändischen Hauptstadt am Mittwoch, lieber noch den ganzen Tag in ihren Wohnungen zu bleiben. Obwohl sich die Kämpfe der vergangenen Tage zum Teil in unmittelbarer Nähe der Botschaft abgespielt hatten, sei das Botschaftspersonal in Sicherheit und das Gebäude selbst nicht gefährdet gewesen. “Die Situation hat sich nun beruhigt”, sagte Peterlik in einem Telefongespräch mit der APA, “das Militär hat die Lage im Griff.” Allerdings verwies er auf Berichte, wonach im Norden des Landes Angehörige der Protestbewegung Rathäuser besetzt und in Brand gesetzt hätten. “Es ist noch nicht klar, in welcher Form radikale Elemente das jetzt weiterführen.”

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