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Widersprüche über Saddams Festnahme

Der irakische Ex-Machthaber Saddam Hussein ist laut der britischen Zeitung „Sunday Express" nicht von US-Soldaten, sondern von Kurden gefangen genommen worden.

Entgegen dem britischen Pressebericht, dem zufolge der irakische Ex-Machthaber Saddam von kurdischen Kämpfern gefangen genommen worden sei, schrieb am Samstag die arabische Zeitung „Al -Hayat” ein Verwandter Saddams hätte der US-Armee geholfen, Saddam aufzuspüren. Der Mann habe zudem die von den USA ausgesetzte Belohnung (25 Mio. Dollar) kassiert, berichtete das in London erscheinende Blatt weiter. 

Zuvor hatte US-Major Stan Murphy, ausgeschlossen, dass der Mann, von welchem die Hinweise stammen, die zur Gefangennahme Saddams geführt haben, die Prämie erhält. Er würde den Mann als eine Art „rechte Hand” Saddams bezeichnen.

Die Informationen der „Al-Hayat” seien von mehreren Angehörigen der irakischen Sicherheitskräfte bestätigt worden, die mit den US- Militärs im Irak zusammenarbeiteten. Den irakischen Quellen zufolge sind von dem Mann, der einem der wichtigsten Stämme in Saddams Heimatstadt Tikrit angehöre, nur die Initialen „K. N.” bekannt. Es handle sich um einen “übergewichtigen, glatzköpfigen Playboy”. Wahrscheinlich habe er das Land inzwischen verlassen.

Die britische Zeitung „Sunday Express” berichtete unter Berufung auf einen Offizier des britischen Militärgeheimdienstes hingegen Mitglieder des irakischen Dschabur-Stammes hätten Saddam an die Patriotische Union Kurdistans (PUK) verraten, weil sein ältester Sohn Udai eine Frau aus dem Stamm vergewaltigt haben soll. Ein PUK- Anführer habe der US-Armee daraufhin die Übergabe des Ex-Präsidenten angeboten und im Gegenzug eine gewichtigere politische Rolle der Organisation in den Kurdengebieten verlangt.

Saddam Hussein sei vor dem Abholen durch US-Soldaten von kurdischen Kämpfern unter Drogen gesetzt worden, meldete die Zeitung „Sunday Express” unter Bezug auf einen irakischen Geheimdienstbeamten weiter. Ein im Nahen Osten stationierter westlicher Diplomat sagte der Zeitung, Saddam Hussein sei „nicht als Ergebnis britischer oder amerikanischer Geheimdienstarbeit” aufgespürt worden. „Wir wussten, dass irgend jemand irgend wann Rache nehmen würde. Es war nur eine Frage der Zeit.”

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