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Wettlauf gegen die Zeit bei Rettung von Minenarbeiter

©EPA
Einen Tag nach dem Unfall in einer südafrikanischen Goldmine haben am Donnerstag Hunderte Bergarbeiter weiter unter Tage auf Rettung gewartet. Mehr als die Hälfte der 3.200 Eingeschlossenen konnten wohlbehalten aus der Tiefe geborgen worden, wie die Leitung des Bergwerks mitteilte.

1.400 Bergleute warteten jedoch in dem heißen Schacht, bei schlechter Luft und hohen Temperaturen weiter auf ihre Rettung. Trotz der bedrohlichen Lage gerieten sie nach Zeugenberichten nicht in Panik und hielten sich durch das Singen bei Laune. Die südafrikanische Regierung ließ die Mine vorläufig schließen.

Die Rettungsarbeiten an der Elandsrand-Mine gingen nur langsam voran, weil die Kumpel nur in einem Behelfsaufzug an die Oberfläche gebracht werden konnten. Die Geretteten wurden von Angehörigen und Kollegen mit Jubel in Empfang genommen und mit belegten Broten versorgt. Ein Kabelriss am Hauptaufzug hatte die Kumpel am Mittwochmorgen in der Mine eingeschlossen, die am Stadtrand von Carletonvill rund hundert Kilometer südwestlich von Johannesburg liegt.

Das Eingeschlossensein unter der Erde sei „schlimm“ gewesen, berichtete Caswell Kabonga, der mehr als 24 Stunden unter Tage verbracht hatte. „Es ist heiß da unten. Es gibt kein Wasser.“ Sie hätten sich durch Singen bei Laune gehalten, sagte Bergmann David Mokqosi. „Als das Licht ausging, hatten wir keine Ahnung, was los war – anfangs hatten wir noch nicht so viel Angst, aber als die Zeit verging, wussten wir nicht, wie lange es noch dauern würde.“ Ein anderer Bergarbeiter kritisierte das Minen-Management wegen der nicht ausreichenden Sicherheitsvorkehrungen: „Wir brauchen einen Notausgang.“

Der Behelfsaufzug konnte nach Angaben der Minenbetreiber pro Fahrt nur 75 Menschen transportieren, die zwei Kilometer lange Fahrt an die Oberfläche dauert eine halbe Stunde. Es werde alles unternommen, die Bergleute so schnell wie möglich nach oben zu holen, sagte Patrick Motsepe, Geschäftsführer der Betreiberfirma Harmony Gold. „Aber wenn wir schneller machen, riskieren wir, unsere Angestellten in Gefahr zu bringen“ erklärte er. Nach seinen Angaben wurden die Eingeschlossenen von Notärzten und Gewerkschaftern betreut.

Die Mine werde bis zur Reparatur des Aufzugs vorläufig geschlossen, wie Südafrikas Energieminister Buyelwa Sonjica bei einem Besuch am Unglücksort erklärte. Die Arbeiten sollten bis zu sechs Wochen dauern. Gleichzeitig kündigte er eine Untersuchung an. „Wenn wir Beweise für die Vernachlässigung der Anlage finden, werden wir dies bestrafen. Der Afrikanische Nationalkongress (ANC) erklärte, der Vorfall werfe erneut die Frage nach der Sicherheit der Minen in Südafrika auf.

Harmony ist der fünftgrößte Goldproduzent der Welt und hatte Elandsrand im Jahr 2001 für rund 100 Millionen Euro zusammen mit einer Mine im nahe gelegenen Deelkraal von seinem Rivalen AngloGold erworben. Seither werden in Elandsrand immer tiefere Schächte gebohrt, um die dortigen Reserven von mehreren hundert Tonnen Gold ans Tageslicht zu bringen. Der Unfall ist der zweite in einer von Harmony betriebenen Mine innerhalb von 14 Tagen. Bei einem Brand in einer Mine nahe der Stadt Welcom hatte es einen Verletzten gegeben.

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