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Werte statt Wünsche

Junge Wirtschaft-Vorsitzender Sergej Kreibich konnte 200 Interessierte bei Veranstaltung "Zukunft jetzt gestalten" willkommen heißen.

Die Trends von morgen, die Lügen von heute und die Wiederentdeckung klassischer Werte. Die Veranstaltung „Zukunft jetzt gestalten“ der Jungen Wirtschaft Vorarlberg gab am 29. September den Blick frei auf vieles, was uns in den nächsten Jahren beschäftigen wird. Das Wissen darüber lieferten drei Top-Referenten: Zukunftsphilosoph Andreas Giger, Kolumnist Helmut A. Gansterer und Politprofi Otto von Habsburg.

Der Schweizer Zukunftsphilosoph Andreas Giger brachte auf den Punkt: „Werte gewinnen in unserer Gesellschaft an Bedeutung und viele Werte ändern sich.“ Doch was sind Werte überhaupt? Für Giger gibt es nur eine richtige Antwort darauf: „Werte sind das, was uns etwas wert ist.“ Und wozu brauchen wir sie? „Damit wir uns orientieren können.“

Womit es jeder Einzelne und damit auch Unternehmer in Zukunft zu tun haben werden, skizzierte der 54-jährige anschaulich. „Eines ist sicher. Die Werte lösen die Wünsche ab. Das heißt, materielle Werte werden von immateriellen Werten verdrängt. Auf der Hitparade der Werte ganz oben stehen demnach Eigenverantwortung, Einfachheit, Gesundheit, Liebe, Freundschaft und natürlich Selbstverwirklichung, wenngleich ohne die entsprechende Nabelschau.“ Die Megatrends lauten daher Soft-Individualismus, Lebensqualität und ,vom Geld zum Geist’.

Love it, change it or leave it. Mit einigen Mythen rund um das Thema Globalisierung räumte Trend-Herausgeber Helmut A. Gansterer auf. „Das globale Dorf. Einfach nichts spricht dafür, dass es das gibt. Es ist die Nummer Eins der dümmsten Worte in der Wirtschaft.“ Das gleiche gelte für den „globalen Markt“. Außer Coca-Cola gebe es, so Gansterer, kein Unternehmen das wirklich überall auf der Welt vertreten sei.

Praktische Tipps gab es für die Jungunternehmer auch: „Wenn sie bis jetzt mit China noch nichts gemacht haben, dann lassen sie es einfach. Tun sie nichts.“ Der Grund: China widerspreche unseren unternehmerischen Traditionen, als österreichisches Unternehmen gehe man deshalb „sowieso unter“. Seiner eigenen Zunft stellt Journalist Gansterer ein schlechtes Zeugnis aus. „Wir verfügen heute über die globale Information, richten den Fokus aber nur auf die Schattenseiten. Und dabei gibt es für jede Schlechte drei gute Nachrichten, die wir verbreiten könnten.“ In diesem Sinne gab Gansterer dem Publikum auch einen positiven Leitspruch für die Zukunft mit auf den Weg: „Love it, change it or leave it.“

Religion wichtig. Seine persönliche Sicht der Zukunft Europas gab schließlich der Präsident der Paneuropa-Bewegung, Otto von Habsburg, zum Besten. „Dieses Jahr ist ein Unangenehmes für Europa. Das Verfassungsreferendum ist gescheitert, und die Beitrittsverhandlungen mit Kroatien wurden nicht wie geplant gestartet.“ Diese zwei Rückschläge seien aber reparierbar, denn „wenn man etwas wirklich will in der EU, dann bekommt man es auch.“ Eine Erweiterung der EU hält Habsburg für unabdingbar. „Wenn wir sehen, was sich in Russland abzeichnet. Da kann nur eine große europäische Einheit Sicherheit für Europa garantieren.“ Für mindestens ebenso bedeutend hält Habsburg aber auch die Besinnung auf klassische Werte. „Wir haben heute viel von Werten geredet. Das Wichtigste aber ist die Religion.“ (Quelle: Junge Wirtschaft Vorarlberg)

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