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Werte leben statt Profit anhäufen

Bludenz - Mit der unverrückbaren Tatsache der Globalisierung können Unternehmen so oder so umgehen, wie schon ein altes chinesisches Sprichwort über den „Handelswind“ lehrt: Die einen errichten Schutzmauern, die anderen bauen – und nutzen – Windmühlen.

Liebherr Nenzing, der ganze Weltkonzern Liebherr seien “bewusst und eindeutig Windmühlenbauer”. Das bekräftigte Dienstag Abend im vollbesetzten Panoramasaal der Sparkasse Bludenz DI Walter Länge, seit 1986 einer von vier Geschäftsführern der Liebherr Werk Nenzing GmbH, als Gastreferent der von Vorarlberger Sparkassen, Fachhochschule Vorarlberg und „VN“ ausgerichteten Veranstaltungsreihe „Unternehmer sein heute“. Global zu agieren bedeute u. a. den Vorteil, dass „die Firma nicht Lungenentzündung bekommt, nur weil ein großer Kunde hustet“, meinte der gebürtige Schwabe Länge bildhaft. Wie resistent Liebherr gegen solche „Entzündungen“ ist, exerziert das ursprünglich als Schiffskranbauer im Walgau angesiedelte und mittlerweile in vier boomenden Geschäftsfeldern erfolgreiche Ländle-Liebherr-Werk in respektgebietender Manier vor: In den letzten Jahren wurden jeweils 30 Prozent (organisches) Umsatzwachstum geschrieben, was ohne die (in der MCCtec Nenzing zusammengefassten) ausländischen Werksstandorte in Irland, Sunderland (GB)und Rostock (D) gar nie bewältigbar gewesen wäre. Träger dieser Umsatzdynamik sind konsequente, hochdotierte Innovation und daraus resultierende Premium-Produkte – allein z. B. die Patentkosten für Liebherr Nenzing-Entwicklungen stiegen von 2001 bis 2007 von 35.000 auf über 500.000 Euro.

Der gesamte Liebherr-Konzern, heute abgebildet in über 100 Gesellschaften, über 30.000 Mitarbeitern und 7,5 Mrd. Euro Umsatz weltweit, ist Länge zufolge deshalb so erfolgreich, weil „wir die von der Gründerfamilie seit der Gründerzeit definierten und gelebten Werte bis heute nicht über Bord warfen, obwohl auch die konträre Denkschule der Profitmaximierung deren Verfechtern zumindest befristet rechtzugeben scheint. Aber eben befristet, wir aber sind an nachhaltigem Erfolg orientiert“. Der fußt bei Liebherr auf Partnerschaft zu Lieferanten, Kunden und Mitarbeitern (Länge: „Bei uns gibt es so gut wie keine Lieferantenwechsel“), auf Verlässlichkeit, Kundennähe, auch auf Erwirtschaftung solider Eigenkapitalfundamente, aus denen z. B. 2008 Investitionen von 1 Mrd. Euro bestritten werden. Was Kundennähe „auf Liebherrisch“ heißt? Länge: „Zum Beispiel dass ein Schiff, das dringend einen Ersatzteil braucht, aber erst am Hl. Abend im Hafen X einläuft, diesen Ersatzteil egal wo auf der Welt am Hl. Abend ausgehändigt kriegt und seine Passage ohne Zwangspause fortsetzt.“ Auch bei Kränen auf Bohrinseln oder (Bau-)Maschinen aller Art „ist so etwas für uns keine Frage“.

Damit sich der Standort im Walgau auch in Zukunft rechnet, setzt Liebherr den ersten Schritt in Richtung industrielle Fertigung, indem in der eben entstehenden Halle robotergesteuertes Schweißen (z. B. der Kranausleger) praktiziert werden soll. Damit wird nicht nur mit gleich viel Personal ein ungleich höherer Output bewerkstelligt, sondern auch der Lohnanteil an den Gesamtkosten auf 12 Prozent gedrosselt. „Mit unter 12 Prozent können wir aber nirgends auf der Welt eine Fertigung aufziehen“, sieht Länge den Standort Nenzing „absolut gesichert“.

Originalausführungen von DI Walter Länge zum Nachhören

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