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Werner Schwab wäre 50

Ob seine Stücke nur eine kurzlebige Mode-Erscheinung darstellen oder eine radikale, neue Bühnensprache hervorbringen, war, neben der schillernden Aura des Autors, das meistdiskutierte Thema, als Werner Schwab um 1992 einen beispiellosen Siegeszug durch die deutschsprachige Theaterszene absolvierte.

Am 4. Februar hätte Schwab, der 1994 in Graz starb, seinen 50. Geburtstag gefeiert. Von seinen rund eineinhalb Dutzend in einem unglaublichen Schaffensrausch entstandenen Stücken haben nur wenige ungebrochenes Bühnenleben, die laufende Werkausgabe soll bis 2014 abgeschlossen sein.

Werner Schwab wird am 4. Februar 1958 in Graz geboren. Er besucht die Kunstgewerbeschule, Abt. Bildhauerei, bei Josef Pillhofer und studiert u.a. bei Bruno Gironcoli an der Akademie der bildenden Künste in Wien. 1981 zieht er mit Ingeborg Orthofer (von 1982 bis 1991 Schwabs Ehefrau) in ein kleines Bauernhaus in der Oststeiermark, 1981 wird auch Sohn Vinzenz geboren. Neben bildhauerischen Experimenten mit “verwesende Skulpturen” aus verderblichen Materialien und Tierkadavern beschäftigt sich Schwab auch mit Performances und Texten.

Im April 1989 wird in der Grazer Bronx mit “Das Lebendige ist das Leblose und die Musik” erstmals (in seiner eigenen Regie) ein Text von Schwab öffentlich aufgeführt. 1990 übersiedelt er nach Graz, im Februar wird sein Stück “Die Präsidentinnen” im Wiener Künstlerhaus uraufgeführt. Die unmittelbare Resonanz ist noch gering, doch bereits interessieren sich Theater im ganzen deutschsprachigen Raum für den ungewöhnlichen, groß gewachsenen Mann, der einen mit Neologismen prall gefüllten neuen Theater-Ton anschlägt, alles todernst zu nehmen und gleichzeitig sich über alles lustig zu machen scheint.

Schauspielhaus-Leiter Hans Gratzer bringt im Jänner 1991 die Uraufführung von “Übergewicht, unwichtig: Unform”. Bereits die “Radikalkomödie” “Volksvernichtung oder Meine Leber ist sinnlos” wird (im November 1991) an den renommierten Münchner Kammerspielen uraufgeführt und in rascher Folge von Bühnen im ganzen deutschen Sprachraum angenommen. Die Erfolgsspirale dreht sich so rasch wie selten zuvor, Schwab, der auch selbst inszeniert (etwa am Linzer Theater Phönix und am forumstadtpark theater in Graz), erhält in rascher Folge Auszeichnungen und Aufträge. Der Druck des Marktes, rasch Nachschub zu liefern, ist groß. Schwab lässt seinen “Fäkaliendramen” eine Serie von “Königskomödien” (u.a. “Offene Gruben Offene Fenster” und “Hochschwab”) folgen und prügelt mit seiner Schwabsprache auf eine Reihe von Klassikern ein (u.a. entstehen Paraphrasen auf “Reigen”, “Faust” oder “Troilus und Cressida”).

Werner Schwab pflegt sein Popstar-Image, sieht, dass seine Formel “Management + Legende + Text = Sieg + Spaß” Erfolg hat, und ahnt gleichzeitig, dass alles ebenso schnell wieder vorbei sein kann. “Ich habe mich von einem Tag auf den anderen entschlossen: Jetzt wirst du ein berühmter Dichter”, zitiert Helmut Schödel in seiner 1995 erschienenen ersten Schwab-Biografie (“Seele brennt”, Deuticke Verlag) den Autor, “Und das hat dann auch hingehauen. Aber ich weiß halt auch, daß das an sich nichts wert ist.”

Werner Schwab stirbt am Neujahrsmorgen des Jahres 1994 in Graz. Zahlreiche Stücke gelangen erst nach seinem Tod zur Uraufführung. Im Nachlass findet man den 1988 entstandenen Roman “Joe Mc Vie alias Josef Thierschädl”, in dem die wichtigsten Merkmale seines eigenwilligen sprachlichen Zugriffs bereits angelegt sind. Der Roman wird zum ersten Band der Werkausgabe.

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