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Wer wird nächster Papst?

Sie werden mit viel Fingerspitzengefühl vorgehen, taktvoll werden die Kardinäle das Thema anschneiden. Schließlich kommen sie ja eigentlich zum Feiern nach Rom.

Doch wenn an diesem Donnerstag die Purpurträger aus allen Ecken und Enden der Welt das 25-jährige Amtsjubiläum von Papst Johannes Paul II. begehen, steht unübersehbar und doch diskret ein heikles Thema im Hintergrund: Wer wird nächster Papst?

135 Kardinäle sind derzeit wahlberechtigt, 26 neu Ernannten unter ihnen wird der schwer kranke polnische Papst nach den Jubiläumsfeiern noch offiziell den Kardinalshut überreichen. „Sie werden beim Essen zusammensitzen und locker über die Kirche plaudern. Dann werden ein paar Namen fallen“, prophezeit ein Vatikan-Insider. „Das kann vorentscheidend sein.“ Auguren in Rom sprechen schon von einem „Konklave auf Probe“.

Die Ausgangslage ist diesmal spannender denn je: Rund die Hälfte der Wahlberechtigten kommt aus Europa – die andere aus Nordamerika und der Dritten Welt. Viele in der Kirche meinen, die Zeit sei reif für einen „Papst aus dem Süden“. Immer häufiger fällt der Blick nach Lateinamerika. Dort leben fast die Hälfte der Katholiken in der Welt, die Kirchen sind dynamisch und lebendig, „unangekränkelt“ vom Geist des Zweifels wie in vielen Ländern Europas.

Es werden schon Namen genannt: Als „heißer Tipp“ gilt Oscar Rodróguez Maradiaga aus Honduras, in Glaubenssachen eher konservativ, politisch ein Kritiker des ungebremsten Kapitalismus und zudem ökumenisch ausgerichtet. Sein Nachteil: Mit seinen 60 Jahren gilt er eher als etwas zu jung. Weitere Tipps sind der 74-jährige Dario Castrillón Hoyos (Kolumbien) oder Norberto Rivera Carrera (61) aus Mexiko. Als Vorteil der Südamerikaner gilt, dass sie vermutlich auf Unterstützung ihrer „Dritte-Welt-Kollegen“ aus Afrika und Asien bauen können. Außerdem auf Rückendeckung spanischer und portugiesischer Purpurträger. Und manche spekulieren schon, auch die Deutschen wie etwa der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz Karl Lehmann und Kurienkardinal Walter Kasper könnten sich „auf die Seite der Südamerikaner schlagen“.

Schon sagen flinke Kommentatoren voraus, die Wahl werde zu einem Kräftemessen „Italien gegen den lateinamerikanisch-iberischen Block“. Denn viele Insider, nicht nur aus Italien, meinen, diesmal steige wieder ein Italiener auf den Petrusstuhl. Nach wie vor stellen sie die größte Nationalitäten-Gruppe (17 Prozent). Vor Karol Wojtyla hatten die Italiener gar 450 Jahre lang eine „Monopolanspruch“ auf den Papstthron. Am häufigsten wird der Erzbischof von Genua, Kardinal Dionigi Tettamanzi, genannt. Mit 69 Jahren hat er das „ideale“ Alter, gilt als theologisch gemäßigt konservativ, mit einer politischen „Vorliebe“ für Globalisierungs-Kritiker. Als scharfer Konkurrent gilt Kurienkardinal Giovanni Battista Re (69).

Allerdings, ein altes römisches Sprichwort heißt: „Wer als Papst in das Konklave geht, kommt als Kardinal wieder heraus.“ Zu Deutsch:
Auf „Favoriten“ sollte man nicht allzu viel geben, Überraschungen sind angesagt. Etwa ein „schwarzer Papst“ aus Afrika, wenn auch viele meinen, dazu sei „die Zeit noch nicht reif“. Durchaus möglich, sogar wahrscheinlich ist es, dass sich die beiden „Blöcke“ bei der Wahl gegenseitig blockieren werden. Eine ähnliche Pattsituation gab es etwa 1978 – und aus der Sixtinischen Kapelle trat damals der Überraschungskandidat Karol Wojtyla. Nur eines, so heißt es im Vatikan immer wieder, sei „sehr, sehr unwahrscheinlich“: Ein Papst aus Deutschland – dazu gilt die Kirche im „Land Luthers“ in Rom als „zu schwierig und zu heikel“.

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