"Wer innehält, hat innen Halt": Die Krise als Chance

©Birgit Pleschberger
Birgit Pleschberger ist Shiatsupraktikerin, Yogalehrerin und Künstlerin. Für VOL.AT schreibt sie in den kommenden Wochen Gastbeiträge, welche den Vorarlbergern durch diese schwierige Zeit helfen sollen.

Unsere Welt und unser persönliches Leben drehen sich momentan und scheinbar plötzlich anders und jeder von uns muss sich so gut es geht an die neuen Gegebenheiten anpassen. Wir alle müssen mit Dingen fertig werden, die uns bis vor kurzem noch fremd waren – keine Nähe mehr möglich, wo sie gewünscht ist, zu viel Nähe dort, wo sie einem über den Kopf wächst – ein Nähe-Distanz Konflikt der sich gewaschen hat. Von den kleinen und großen persönlichen und wirtschaftlichen Dramen mal ganz abgesehen. Wir sind aus der Balance geworfen und ordnen uns gerade neu.

Die Definition einer Krise - bezeichnet einerseits eine mehr oder weniger bedrohliche Situation, die das natürliche Gleichgewicht eines Systems außer Kontrolle geraten lässt und beinhaltet gleichzeitig die Möglichkeit einer Lösung des Konflikts. Es erwächst schon viel Gutes aus unserer jetzigen Lage – das Leben entschleunigt und Dinge relativieren sich, Menschen schließen sich zusammen und helfen einander, selbst viele Politiker fokussieren sich auf Gemeinsames statt auf Trennendes. Und im Privaten wird so manche Situation klarer, so oder so.

Birgit Pleschberger

Alles beginn im Kleinen

Alles beginnt bei dir. So lass uns versuchen, diese anfängliche Erstarrung immer wieder neu in eine positive Verlangsamung unseres Lebens umzuwandeln. Wenn wir auf einmal angehalten werden, langsamer zu treten und auf vieles verzichten müssen, so können wir das vielleicht auch als Einladung sehen, unsere Sinne für andere Dinge zu öffnen und achtsamer zu sein. Sei es, dass wir Menschen -  von denen wir meinen, sie genau zu kennen -  wieder mit offenen Augen und immer wieder neu zu sehen versuchen. Sei es, den Zauber zu erkennen, der in einem Sonnenstrahl auf unserer Haut liegt oder in einem Moment der Stille.  Oder indem wir endlich etwas aussprechen, was schon lange gesagt gehört, oder eben den Mund halten statt mit Worten zu verletzen. Vielleicht können wir erkennen, dass ein "weniger" ein "mehr" bedeuten kann und dass Veränderung nicht nur bedrohlich sein muss, sondern eine Energie in sich trägt, die uns Kraft gibt und Leben neu erschaffen kann.

Und wenn wir einen Funken davon erhaschen können, dann lass uns versuchen diesen Funken zu pflegen und üben wir, ihn immer wieder herbeizurufen. Damit wir auch nach der Krise aus diesem Geschenk schöpfen können.

Kleine Energiespender für den Alltag:

  • START IN DEN TAG: Lass am Morgen, wenn du aufwachst die Augen noch kurz geschlossen und schenke dir die Zeit dir selbst erstmal ein Lächeln zu schenken. Räkle und strecke dich und denke an etwas Schönes, auf dass du dich an diesem Tag freuen kannst, und sei es noch so klein. Dann starte in deinen Tag.
  • STÄRKE DAS SCHÖNE: Das menschliche Gehirn neigt dazu, sich negative Dinge stärker einzuprägen als positive. Du kannst jedoch üben, deine Aufmerksamkeit auf Dinge zu fokussieren, die dich stärken. Schenke dir für diese Übung in den nächsten Tagen die Zeit für einen kurzen Spaziergang und lenke deine Sinne dabei in aller Ruhe auf Dinge, die du siehst, hörst, riechst oder fühlst. Ein Blüte vielleicht, Wind auf deiner Haut oder das Bellen eines Hundes. Du kannst dir dabei vorstellen, du würdest das zum ersten Mal wahrnehmen, bleibe neugierig. Dann überlege für dich, ob du dabei Dinge wahrgenommen hast, die du sonst vielleicht übersehen hättest oder ob du Dinge anders wahr genommen hast. Können wir diese Übung zu einer Gewohnheit im Leben werden lassen, hat sie die Kraft unsere Lebenshaltung von Grund auf zu verändern.

Zur Person:

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Mag. Birgit Pleschberger

Shiatsupraktikerin, Yogalehrerin und Künstlerin / Thüringen, Vorarlberg 

www.freifuehler.at / studio@birgitpleschberger.com
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